Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 4 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Zusammenarbeit mit dem Biau=Weiß 93 diger, aktiver Menschen der Versuch gemacht wird, trotz der wohl bekannten objektiven Schwierigkeiten wieder erfolgreiche Arbeit zu leisten. Unsere Generation hat heute die Aufgabe, in der zionistischen Bewegung an sichtbarer Stelle tätig zu sein. Unnötige Differenzierungen sind mehr denn je unerlaubt und schädlich, weil sie Kräfte absorbieren statt sie zu sammeln. Diese hier nur andeutungsweise berührten Notwendigkeiten der zionistischen Situation sind der bestimmende Ausgangspunkt für die Versuche des Präsidiums, mit dem Blau-Weiß zu einer Zusammenarbeit zu kommen. Dazu kommen die für alle Gruppen in gleicher Weise ungelösten Schwierigkeiten der Palästinaarbeit. Die Zusammenarbeit mit dem Blau-Weiß kann und wird für das Kartell und unsere praktische Verbindung mit Palästina wichtig werden. Es wird für uns eine Bereicherung unseres Lebens darstellen, wenn wir uns in konkreterer Weise, als es bisher geschehen konnte, mit den Er fordernissen dieser Arbeit befassen müssen. Grundsätzlich soll hierzu zunächst folgendes bemerkt werden: Wir werden in bestimmter Weise umzulernen haben. Die schweren Erschütterungen, die die zionistische Jugend in den letzten Jahren hat durchmachen müssen, sind nicht zuletzt auf die besonders schwierige materielle und psychische Lage junger deutscher Zionisten in Palästina zurückzuführen. Die Schwierigkeiten des Sichdurch setzens in Palästina erschienen mitunter so groß, daß sie lähmend auf die Bewegung im Gallith wirkten. Wir wrerden fern von jedem Dogmatismus versuchen, der Situation und ihren realen Anforderungen an die zionistische Jugend gerecht zu werden. Es ist nicht die Aufgabe dieser Zeilen, die Möglichkeit und Notwendig keit konkreter Projekte zu erörtern. Wir werden uns in nächster Zeit mit ihnen gründlich auseinanderzusetzen haben, dürfen aber schon jetzt als unsere Ansicht mitteilen, daß wir den Gedanken einer bündischen Siedlung für eine ernste Möglichkeit halten, junge deutsche Zionisten dem Aufbauwerk endgültig als Chaluzim einzufügen. Jedenfalls dürfen uns hier dogmatische Er kenntnisse nicht den Weg zur Wirklichkeit versperren, und wir werden es fortan auch als unser besonderes Arbeitsgebiet ansehen müssen, uns mit diesen Fragen, die bis jetzt vielleicht unserem Leben etwas ferner standen, auseinanderzusetzen. Die Lage des Kartells, die Erfordernisse der zionistischen Bewegung, die besonderen Aufgaben, die für alle jungen deutschen Zionisten heute Palästina stellt, schienen und scheinen uns den Zusammenschluß mit einer Gruppe von Menschen, die ähnlich wie wir sich um diese Fragen bemühen, notwendig zu machen. Wir wollen nicht verhehlen, daß es wie für einen Einzelnen so auch für einen Bund bei einem derartigen wesentlichen Beschluß immer em Für und Wider geben wird. Wir sehen nach sorgfältigem Abwägen in der Zusammenarbeit eine Chance für die Belebung der zionistischen Jugendarbeit und darüber hinaus der zionistischen