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Der jüdische Student · 1926-11-01 · Heft 4 (November 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 4 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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92 Die Zusammenarbeit mit dem Blau=Weiß anschloß. Die Tagung hinterließ bei uns allen das Gefühl, daß im K.J.V. heute eine junge Generation vorhanden ist, die ganz fest ini K.J.V. wurzelt, und die sich der Verantwortung bewußt ist, die heute das K .J.V. gegenüber der zionistischen Welt hat. Die Zusammenarbeit mit dem Blau=Weiß Wir veröffentlichen nachstehend ein Abkommen, das das Präsidium mit der Bundesvertretung des Blau-Weiß abgeschlossen hat. Ihr werdet darüber orientiert sein, daß dieses Abkommen bereits Gegenstand eingehender Debatte auf dem Camp in Bonn gewesen ist und dort die Billigung der überwiegenden Mehrheit der Bundesbrüder gefunden hat. Wir möchten noch einmal Gelegenheit nehmen, Euch die Motive und die inneren Voraussetzungen, die das Präsidium zum Abschluß dieses Abkommens veranlaßt haben, darzulegen. Es handelt sich — und auf diese Feststellung legen wir Wert — nicht um ein zufälliges, durch die augenblickliche Situation gebotenes Arrangement, sondern wir glaubten, nach einer sorgfältigen Überprüfung der Kartellsituation und der allgemeinen zionistischen Anforderungen im Interesse des Kartells und der zionistischen Bewegung diesen Weg gehen zu müssen. Wir beurteilen die Kartellsituation nicht ungünstig. Die Arbeit der letzten zwei Jahre ist nicht vergebens gewesen. Es ist ein Stamm von jungen K.J.V.ern vorhanden, die imstande und gewillt sind, auch den erhöhten Anforderungen der Arbeit nachzukommen. Andererseits macht sich in unserem Bunde eine gewisse Saturierung bemerkbar. Man ist mit dem Erreichten zufrieden und vergißt bisweilen allzu leicht, daß wir im Verhältnis zu unserem Ziele noch allzu weit zurück sind. Ein Bund muß immer wieder vor allen sichtbare, von ihm zu bewältigende Aufgaben gestellt werden, ein momentaner Stillstand darf nur Vorbereitung für eine neue Kräfte auslösende Bewegung und Weiterentwicklung bedeuten. Eine Zusammenarbeit mit dem Blau-Weiß wird in unserem Kreise durch die erforderlich werdenden Neugruppierungen und den notwendigen Angleichungsprozeß neue Aufgaben stellen und erhöhte Leistungen bewirken. Man hat in der letzten Zeit, vielleicht schon allzu häufig, versucht, Analysen der zionistischen Situation zu geben. Je nach persönlicher Einstellung und Milieu waren die Ergebnisse verschieden. Als unumstrittene Erkenntnis darf, wenn wir uns auf die Entwicklung in Deutschland beschränken, festgestellt werden, daß insbesondere die zionistische Jugend nach sehr erfolg versprechen den Anfängen heute in einem Stadium rückläufiger Entwicklung sich befindet. Wir sind der Ansicht, daß dieser Zustand, dessen Ursachen zu ergründen wir immer wieder als unsere Aufgabe ansehen, überwunden werden kann, wenn von einer Gruppe leben-

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