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Der jüdische Student · 1926-06-01 · Heft 3 (Juni 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 3 (Juni 1926)
Date
1926-06-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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Paiästina=Literatur der Blickpunkt der Betrachtung sich nur auf die kleinere Hälfte der jüdischen Landwirtschaft in Palästina, wie sie durch die zionistischen Siedlungen ausgemacht wird, beschränkt, vor allem also auf die chaiuzische Kolonisation. Im Kernpunkt des Ruppinschen Buches steht die Erkenntnis. daß der Aufbau weit mehr ist, als ein rein wirtschaftliches Problem. Wir werden den Palästina-Aufbau überhaupt nur dann verstehen können, wenn wir ihn unter zionistischen Gesichtspunkten erfassen, die bestimmend sein müssen und in die sich die Wirtschaft einordnen muÜ. Ziel bleibt vor allem die Erneuerung des jüdischen Menschen und des jüdischen Volkes. Ruppin betont eindeutig und klar, daß infolge dieser Sonderheit des Gesamtaufbaues wir auch Sonderwege gehen müssen, l'nter zionistisch-nationalem Gesichtspunkt wird auch die Landwirtschaft als Grundlage der Kolonisation erfaßt. Daß von der wirtschaftlichen Beurteilung aus die ökonomischen Gesichtspunkte für die Landwirtschaft als Kolonisationsbasis ebenso wichtig sind, wird klar gezeigt — besonders erfreulich zu einer Zeit, da die Überschätzung der industriellen Möglichkeiten in der zionistischen Kolonisation bereits anüng. bedrohlich zu werden. Die Hauptprobleme der landwirtschaftlichen Kolonisation gruppieren sich in dreifacher Richtung: um Fragen des Bodens und Klimas, um Fragen des Menschen als dem Träger des Aufbaus, und um Fragen des Kapitals, d. h. in conkreto: um die Fragen der Kapitalbeschaffung. Wahrscheinlich wäre es für die aligemeine Erfassung dieser Probleme gut gewesen, wenn Ruppin sie einheitlich in dieser dreifachen Grundver wurzelung aufgezeigt hätte. Durch solche betonte systematische Ver einfachung wird die Erkenntnis nur gefördert. Bei Ruppin bleibt es bei einer implicite-Behandlung, die jedoch für den verständnisvollen Leser noch deutlich genug ist. Wichtig ist vor allem das Gewicht, das der langjährige Leiter des Aufbaus gerade der Mentalität des jüdischen Menschen, insbesondere des Chaluz beilegt, wobei er klarstellt, daß gerade dadurch ein irrationales Moment in den wirtschaftlichen Aufbau kommt. Nachteile, die sich mit der Eigenart chaiuzischer Gesinnung - insbesondere manchmal in allzu starker Betonung sozialer Momente und Forderungen — verbinden, werden weit mehr als aufgewogen durch den Enthusiasmus der Siedier, ohne den der Aufbau nicht möglich wäre und dtr als solcher schon deswegen ein Recht hat. Rücksichtnahme auf soziale Wünsche zu verlangen. Aus dem Zusammenwirken der natürlichen Faktoren (Boden und Klima), des menschlichen Faktors und des Faktors Kapital und deren Eingliederung in den Gesamtrahmen der palästinensischen Wirtschaft ergibt sich die Organisation der landwirtschaftlichen Siedlung. All dies wird nicht in systematischer Darstellung gezeigt, sondern mehr als Einzelproblem gesehen, was im Grunde immer wieder bedauert werden muß. Als Einzelfrage zwar wird es uns deutlich vor Augen geführt. Witschen klar, daß die Wirtschaftsentwicklung in Palästina und ihre Ergebnisse {gemischte Wirtschaft, Selbstarbeit des Kolonisten, innere Autonomie der Siedlungen usw.) entstanden sind aus der dreifachen Eigen art: des jüdischen Menschen, des jüdischen Landes und dem Mangel an Kapital. Wir linden scharfe Analysen, diverse Einzelprobleme, ganz be sonders der Kwuzah. der Ansiedlung bemittelter Elemente, der Schaf fung einer Bodenreserve u. a. m. Weniger tief schürfend ist leider die

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