Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästina-Literatur 77 /eiligem Kindrihgen tu die Detail-Probleme « in sv >temat»M-lies Bdd zu geben. - m> wissenschaftlicher Krfassung und praktisch bedeutsamem Hinweis in gleicher Weise dienend Was wir heute an Palästina Literatur besitzen, beschäftigt sieh leider im Großen und Manzen lediglich mit Kinzelproblemen. zwar oft sehr wichtiger und sehr akuter Natur (iie verschiedentlich auch eine recht eindringliche Behandlung erfahren haben. Auch Werke von Mannern von Huf wie die letzte Arbeit von Ii upp in*), dem ersten Praktiker unserer Kolonisation, und die Schrift von Felix Pinner'11!. dem scharfdenkenden Volkswirtschai t ier, beschränken sich in ihrer Art in ganz bestimmter Weise. Kuppin greift eins der wichtigsten Spezialgebiete unseres Aufbauwerkes heraus und beleuchtet es von allen Seiten in eindringender liefe. - Pinner versucht zwar mehr das (ianze zu erfassen, bleibt aber ineist aus verständlichen Gründen >s. u.) an der Oberfläche hatten. sodaß der Fntertitel seine*. Buches Volkswirtschaftliche Studien"' im Grunde viel mehr verspricht, als gehalten wird. IL l'nter dem Gesichtspunkt der selbstgewählten Begrenzung vermittelt ganz besonders Huppin wichtige Krkenntnisse. Meist zwar sind es solche, die nicht etwa neu gefunden worden sind, sondern dem mit der Materie vertrauten Leser bereits bekannt und zwar gerade durch Lektüre früher erschienener Ruppinseher Bücher und Aufsätze. Aber die>e Krkenntnisse werden in dem neuen Werk einheitlich unter so viel verschiedenen Gesichtspunkten gesehen, daß sie uns ganz besonders lebhatt vor Augen treten und uns in ihrer verschiedenseitigen Problematik klar werden Dabei muß zwar als Mangel das Fehlen jeder thenretisierten Kingliederung der vorliegenden Probleme in die allgemeinen volkswirtschaftlichen Kategorien betont werden, deren Hervorkehrung jedenfalls tür das Verständnis des Aufbauwerkes und seiner Fragen von großem Vorteil gewesen wäre, besonders dann, wenn sie gleichzeitig mit vergleichenden Fntersuehungen über Wirt.schafts- und insbesondere kolonisationsverhältnisse anderer Länder verbunden worden wären. I>ie ausschließliche Beschränkung auf die speziellen Palästina-Verhältnisse wirkt gerade unter dem Gesichtspunkt der gründlichen Frfassung derselben unzweifelhaft als Nachteil. Sonst zwar kann die Beurteilung des Ruppinschen Buches nur durchaus positiv sein. Festgehalten werden muß, daß Kuppin sein Arbeitsgebiet eng begrenzt hat. Er will nicht etwa ein Bild der gesamten jüdischen Wirtschaft in Palästina geben, er will sogar noch nicht einmal ein Bild der ganzen jüdischen Landwirtschaft geben. Der Titel bereits sagt, daß er sich lediglich mit der landwirtschaftlichen Kolonisation der Zionistischen Organisation befassen will, wobei natürlich Hinweise und Vergleiche auf die übrigen Wirtschaftsgebiete sich nicht vermeiden lassen und auch notwendig sind. Diese Begrenzung muß wohl im Auge behalten werden, denn damit wird ausgedrückt, daß im Grunde *) Die landwirtschaftliche Kolonisation der zionistischen Organisation. Berlin 1925. **) Das neue Palästina, Berlin 1926.