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Der jüdische Student · 1926-06-01 · Heft 3 (Juni 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 3 (Juni 1926)
Date
1926-06-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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76 schaftliche sein, und man kann solche Frscheinungen wirtschaftliche? {Erkrankung nicht mit juristischen Rezepten aus der Welt schallen. Die einzige juristische Sicherung durch das Zentralinstitut könnte darin bestehen, daß bei Statutenänderungen von prinzipieller Bedeutung die Leitung der Chewrath Owdim über 50 Prozent der Stimmen vertilgen sollte. Der Zentralismus ist ein Fnglück. Soweit er trotzdem erforderlich i^i. müssen die mit ihm verbundenen Nachteile auf ein Mindestmaß herabgesetzt werden. Soweit er aber nicht unbedingt erforderlich ist. muß er von vornherein ausgeschaltet werden. Die Statuten lassen deutlich überall die Gefahr übertriebener Zentralisation erkennen. Zum Schluß: Ich halte es nicht für nötig, über die Bande, die meine Chawerim und mich an die sozialistischen Ideale der Arbeiterbewegung knüpfen. Erklärungen abzugeben. Ich will nur sagen, daß wir eines lernen müssen. Wenn wir an einem gewissen Punkt der Entwicklung angelangt sind und vor gewissen Meinungsverschiedenheiten stehen, so müssen wir die Fragen mit ehrlicher Einschätzung der Ansicht des Anderen erörtern. Wenn in England beispielsweise ein Teil der Arbeiterschaft die sofortige Sozialisierung der Banken verlangt, ein anderer Teil dieser Forderung aber widerspricht und wenn trotzdem beide Teile in der Arbeiterbewegung gleichberechtigt sind, wenn es in Rußland möglich ist, daß trotz Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Kommunistischen Partei über die Frage der Loslösung des Landes vom Außenhandel, beide Gruppen einer Partei angehören, so müssen auch wir lernen, unsere Meinungsverschiedenheiten abzuwägen, ohne Zensuren über ein höheres Maß von Reinheit und Heiligkeit auszuteilen. Wir müssen den Mut aufbringen, die wahren Notwendigkeiten abzuwägen und zu verstellen. Innerhalb dieser Grenzen bejahe ich das ..Nif Projekt. Palästina=Literatur Besprochen von Robert S t e r n a u . zur Zeit München-Gladbach. Die zahlreichen Neuerscheinungen der letzten .Jahre über palästinensische Verhältnisse gerade in deutscher Sprache gewinnen zum großen Teil (Höllischer, Saiten usw.) ihren Haupt wert aus der Persönlichkeit des Verlassers heraus, dessen Findrücke von Interesse sind - was bedeutet, daß persönlicher Blickpunkt. Neigung, Aufnahmefähigkeit des einzelnen Autors immer entscheidend bleibt. Die objektive Darstellung dagegen tritt mehr oder minder zurück. — mit Ausnahme vielleicht der Probleme sozialer Natur. Die Werke, lür die Palästina in erster Linie ein StoiF zu wissenschaftlicher Frfassung bietet, sind ziemlich gering an Zahl. Vor allem haben uns leider auch die letzten Jahre noch immer nicht das Werk gebrac ht, das die G e s a m t - Problematik des Palästina-Aufbaus in itirer Figenart erlaßt und systematisiert. Insbesondere kennen wir bisher noch kein Buch, das es unternommen hat, die Volkswirtschaft liehen Probleme des Autbauwerkes grundsätzlich klarzulegen und durch Zurückgreifen auf die letzten theoretischen Grundfragen unter gleich-

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