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Der jüdische Student · 1926-06-01 · Heft 3 (Juni 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 3 (Juni 1926)
Date
1926-06-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Die Chewrath*»Ntr<=Debatte 75 und sozialen Systems. Vom Anfang unserer Bewegung an streben wir danach, die fechte der Allgemeinheit in der Kolonisation sicherzustellen Diese Sorge trieb uns dazu, ,.Nir" zu gründen, unrl diese Sorge i^t ge rechtfertigt. Seiion jetzt zeigen sich hier und da Gefahren. In dein Maße, wie unsere Betriehe seihständig werden, wird auch die Wirtschaft liehe Ungleichheit zunehmen und mit ihr der Interessengegensatz. Ks ist ein Irrtum, zu glauben, daß hinsichtlich der Gefahr von Gegensätzen und Ungleichheit zwischen dem Moschaw und der Kwuzah ein Unterschied besteht. Im Moschaw tritt der Gegensatz allerdings deutlicher hervor. Der eine hat eine bessere, der andere eine schlechtere Ernte. Der eine hat eine gute Kuh, der zweite nicht. — diese greifbaren Unterschiede springen in die Augen. Aber Unterschiede bestehen auch zwischen den Kwuzoth. und sie. hängen in hohem Maße mit den natürlichen Gegebenheiten zusammen — denken wir etwa an den Emek Hajarden und an (Jas Obere Galil. Das Problem des sozialen Ausgleichs besteht also für alle Wirtschaftsformen der Arbeiterschaft. Wir geben uns in diesem Punkte übertriebenen Befürchtungen hin, wenn wir einen Maßstab anlegen, der vom Auslande erborgt ist. Wenn man in der sozialistischen Bewegung des Aaslandes von notwendiger Kontrolle der Landwirtschaft spricht, so denkt man an den Großgrundbesitz, hauptsächlich aber an den mittleren Grundbesitz. Von diesem ist seinen wirtschaftlichen und sozialen Interessen nach der Kleinbauer zu unterscheiden. Das gemeinsame Fach bindet sie nicht. Bei uns aber gehört der Boden nicht dem Ansiedler. Die Flache ist begrenzt, sie ist noch nicht genügend vorbereitet für moderne Siedlungsmethoden, der Ansiedler verfügt nur über minimale Mittel. Unter diesen Urnständen ist die Gefahr, daß Ungleichheit zu ernsten sozialen und wirtschaftlichen Konflikten führen könnte, keine sehr große. Aber noch etwas anderes kommt in Frage. Gehen wir davon aus. daß unsere Arbeiterbewegung mit ihrem besonderen sozialen Charakter einen Ausgleich selbst begrenzter Unterschiede erforderlich macht, so kann dennoch eine solche Regulierung jedenfalls nicht mechanisch und innerhalb kurzer Zeiträume erfolgen. Die Entwicklung der Landwirtschaft wird von selbst in vieler Beziehung das Trennende verwischen. Die Regulierung wird vielleicht notwendig sein beim Wechsel der Generationen. In der Landwirtschaft ist eine andere Form der Regulierung unmöglich, denn sie hindert die freie Entwicklung des Betriebes. Und wenn wir auch nicht in der Welt der Niedrigkeit leben, sondern im sozialistischen Palästina, so bleibt es trotzdem wahr: Eine Regulierung in der Landwirtschaft ist nur möglich, wenn sie biegsam ist und sich den Bedürfnissen des in der Entwicklung begrüFenen Betriebes anpaßt. In alldem fuße ich auf der Voraussetzung, daß unsere Kolonisation auf nationalem Boden erfolgt, auf einer begrenzten Fläche und auf der Grundlage gegenseitiger Hilfe. — wobei ich auch den Moschaw als eine kooperative Einheit begreife. Wenn wir na; 1 sozialen Sicherungen suchen, so wüßte ich kein besseres Mittel, als es uns durch die Verfassung der Moschawim und cler Kwuzoth in die Hand gegeben ist. Ich weiß nicht, warum wir Apparate und Institutionen übereinander häufen und nicht lieber den Rahmen ausfüllen, den wir schon geschaffen haben, und zwar in den Statuten der Moschawim und Kwuzoth. Man spürt bier eine Art Panik, eine Art Furcht vor einem Massenfall zahlreicher Wirtschaftsbetriebe. Aber wenn es zu einer Empörung von zahlreichen Betrieben kommen sollte, so werden die Ursachen wirt-

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