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Der jüdische Student · 1926-06-01 · Heft 3 (Juni 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 3 (Juni 1926)
Date
1926-06-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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Die Chewrath=>Nir«=Debatte Kratt dazu hat. Wer aber kann so wie die Organisation der landwirtschaftlichen Arbeiter Boden für Genossen fordern. Wer ist so geeignet dazu wie unsere Organisation, die nicht auf politischen Takt Rücksicht zu nehmen braucht. Wir werden auch die äußeren Beziehungen finden. Wir werden stark genug sein, um im Parlament und in vielen Kreisen im Ausland die ölVentliche Meinung zugunsten unserer Forderungen zu beeinflussen. Ich sehe noch ein kleines aber wichtiges Tätigkeitsgebiet. In unserer Konterenz hat man viel über die Notwendigkeit eines Systems geredet. Auch ich weiß Ordnung und System zu schätzen. Aber die Arbeiterbewegung versteht zu unterscheiden zwischen schöpferischer Systematik und zwischen der bloßen Forderung nach Systematik, hinter der sich I nproduktn ität verbirgt. Zu unserem Bedauern sahen wir in den letzten Jahren, daß wer immer im Zionismus schöpferische Arbeit leistete, sei cn im Bodenerwerb, oder auf administrativem Gebiete, wer immer die Wirklichkeit mit tiefer Einfühlung begriff - Ruppin zum Beispiel --. beschuldigt winde. e\ mangele ihm an System. Wie der Revisionismus, der systematische politische Arbeit auf seine Fahne geschrieben hat, alle unsere politische Arbeit in Palästina verwirft, weil sie angeblich unsystematisch sei. so gibt es auch im Zionismus einen ökonomischen Revisionismus, der bei de Lieme beginnt und bei Halpern endet, und der sich durin ausdrückt, da Ii man auf Grund richtiger oder falscher ökonomischer Voraussetzungen und infolge völliger Fremdheit gegenüber der ökonomischen Wirklichkeit Systematik fordert im Gegensat/ zu der schöpierischen Arbeit in Palästina, der es angeblich an System mangelt. Ich will damit nicht das Recht auf Unwissenheit proklamieren. Gewiii ist bei uns die Notwendigkeit immer fühlbarer geworden, die Grenzen reiner Empirie zu verlassen, die Wirklichkeit zu erfassen und die Zukunft zu gestalten, l'nsere Bewegung ist eine schöpferische Bewegung und sie kann nicht stehen bleiben. In uns allen pocht der Drang zur Schöpfung, und gerade deswegen dürfen wir uns nicht damit zufrieden geben, daß wir für immer von Sachverständigen abhängig sind, die von außen kommen. l'nser Arbeiter kann in sich nicht einen Menschen sehen, auf dem die Last der körperlichen Arbeit liegt, während das Wissen dem Agronomen vorbehalten ist. Kr strebt stets danach. Arbeit und Wissen zu vereinigen. Fnd jetzt, wo sich unsere Wirtschaft immer mehr verzweigt, wo Verbindungen mit dem Markt angebahnt werden, dürfen wir es nicht zulassen, daß jeder Kinzelne von uns genötigt bleibt, wie ein Kind nur die Krfahrungen seines engen Milieus in sich autzu nehmen und sich bei Lösung schwierigerer Probleme auf Experten und Revisoren von außerhalb zu stützen. Für die Vertiefung unserer Arbeit, und im Kampfe um unsere Selbständigkeit brauchen wir ein wissen schaftliches Institut lür unsere eigene Wirtschaft, in der man unsere Wirtschaft und die Gesetze und Kiemente unserer ökonomischen Wirklichkeit studieren kann. Wir werden einen Teil unserer Kräfte der Erforschung der Arbeiterfragen und kolonisatorischen Probleme widmen müssen. Dann wird uns auch Wissensehaft und Erkenntnis der Betriebstechnik und der kolonisatorischen Methoden zur Verfügung stehen und uns heben in unserem Kampf gegen den wirlschaftiichen Revisio iii smus Das sind die Aufgaben von .,Nii", und sie erscheinen mir nicht als Urne Phantasien. 72

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