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Der jüdische Student · 1926-06-01 · Heft 3 (Juni 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 3 (Juni 1926)
Date
1926-06-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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§6 ihrer Zeit Positives geleistet haben, und die auf dem Standpunkte stehen, sie hätten ihre nationale Pflicht dadurch vollkommen erfüllt, daß sie sich eine Existenz in Palästina schufen. Aber die besonderen Bedingungen, unter denen der Arbeiter lebt, die Notwendigkeit, in fremder Umgebung Fuß zu fassen, führten dazu, daß man den positiven Wert der zusammengeballten gesellschaftlichen Kraft der Allgemeinheit erkannte. Diese Kraft half dem Arbeiter in jeder Notlage: wenn er krank war und in den schweren Kriegszeiten; wenn sie nicht gewesen wäre, so wären viele Anstrengungen des Einzelnen verloren gegangen. Auch die Kwuzah und der Moschaw würden ohne diese konzentrierte Kraft der Gesellschaft nie entstanden sein. Diejenigen, die im Moschaw eine Form individualistischer Ansiedlung sehen, befinden sich im Irrtum. Kein einzelner Bauer in der Welt kennt eine solche Form brüderlichen Lebens, ein solches Maß von Verpflichtung des Einzelnen gegenüber den Interessen der Gemeinschaft, wie sie in unserem Moschawim herrscht. Wir wollen die Alijah erweitern, wir wollen äußerlich und innerlich stärker werden. Das Gelingen dieses Unterfangens hängt davon ab, ob es uns glückt, einen gemeinsamen Rahmen für unsere Arbeit zu finden. Unsere Bewegung weist sehr erhebliche Mängel auf. die geheilt werden müssen. Der Einfluß, der von einer familiär-patriarchalischen Um gebung ausging, genügte vielleicht für unsere Bewegung in ihren ersten Anfängen (vielleicht genügte er schon damals nicht), aber er ist jedenfalls nicht ausreichend, um die Arbeiterschalt heute erzieherisch zu führen. Er bedeutet keine genügende Garantie dafür, daß jeder neue Arbeiter, der in das Land kommt, sich unserer historischen Aufgabe in Palästina einfügt. Eine Konferenz kann solche Mängel nicht heilen. Aber eine Konferenz kann Instrumente schaffen, die unsere Kraft in unserem ständigen Kampf mit den Mängeln >tärken werden. Ich nahe mich an der Kritik über die Lage unserer Bewegung nicht beteiligt. Die Dinge sind ohnehin genügend bekannt. Man hat. als mau den Merkas kritisierte, viel über eine Erscheinung geredet, die man ,.Stadlanuth*' genannt hat. Man braucht diese Kritik durchaus nicht als eine herabsetzende aufzufassen. Aber die Kritik bedeutet, daß wir zwar in manchen Zweigen unserer Arbeit autonom sind, daß wir aber gerade in dem Teil der Arbeit, von dem das Wesentliche abhängt, daß wir gerade auf diesem Gebiet nur die Holle von Vermittlern zwischen den Ansiedlungsinstituien und den Siedlern spielen. Wir erscheinen lediglieh als Abgesandte der Siedler und nicht einmal immer als legale und anerkannte Abgesandte. Es gibt immer wieder formale Gründe, um unserer Histadruth die Anerkennung zu versagen, und es kommt auch vor. daß ein Betrieb selbst den Vorwand dazu liefert, uns nicht einmal aU Veitreter der Ansiedler anzuerkennen. Ist es dem gegenüber nicht klar, daß dieser Mangel beseitigt werden muß. daß man nicht für immer die Beziehungen zwischen dem Energiezentrum, das die Ansiedler organisiert, und zwischen den ansiedelnden Instituten lediglich auf den gute/s Willen gründen kann, und daß unsere innere Autonomie nicht von der jeweiligen Sympathie oder Antipathie der Leiter des Ansiedlung^ departeinents abhängig sein kann1' Und ist es nicht hinlänglich bekannt, daß diese innere Abhängigkeit von jedem Windzug, der gerade in der Zionistischen Exekutive weht, auch einen Einfluß darauf ausübt wie man uns selbst in unseren eigenen Betrieben einschätzt'.' Oft genug hat ein Betrieb diese unsere Schwäche ausgenutzt, um für sieh selbst von der Zionistischen Organisation besondere Vorteile /u erlangen.

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