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Der jüdische Student · 1925-10-01 · Heft 7 (Oktober 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 7 (Oktober 1925)
Date
1925-10-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Brief aus Palästina 221 Aerzte tatsächlich in Palästina ihr Glüc$ machen? Wie soll man auf diese Zustände reagieren? Das Land ve issen und es den russischen Feldscherern überlassen? Gegen den Strtrxa schwimmen und dabei seelisch und körperlich verhungern? Versuchen, das Publikum zu erziehen? Eine Möglichkeit bleibt so problematisch wie die andere. Es gibt nur •eine, die Erfolg verspricht: so viele deutsche Ärzte ins Land bringen, daß man (entschuldigt das verpönte Wort) eine Ordnungszelle gründen und sich gegenseitig bei dieser Arbeit helfen kann. Bei den augenblicklichen Begriffen, welche die Mehrheit der „Histadruth Harophim" von Kollegialität, Standesbewußtsein usw. haben, kommen wir aus dem Stadium der in jedem Sinne des Wortes „polnischen" Wirtschaft nicht heraus. Wir müssen aber heraus, koste es, was es wolle! Und die deutschen Bundesbrüder, welche daran denken, herüberzukommen, mögen uns den Kampf dadurch erleichtern, daß sie sich selber besser für ihn vorbereiten als es uns, denen niemals jemand die Wahrheit gesagt hat, möglich war. Der günstigste Weg dürfte heute folgender sein: Nach beendetem Studium Ausbildung in allen Spezialitäten. Am wichtigsten Augen, Ohren, Hals, Nasen, Haut, kleine Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Säuglings- und Kinderheilkunde. Dann einige Jahre Praxis bei deutschen Krankenkassen, in Tuberkulose-Heimen, Ausbildung in der Herstellung von Arzneimitteln (mehrmonatiges Arbeiten in einer Apotheke!). Sparen von etlichen hundert Pfunden (200 genügen — ohne Familie), die oben erwähnten Bedingungen erfüllen (Sprachen usw.) und dann herüberkommen. (Nicht zu vergessen den Kurs am tropenhygienischen Institut in Hamburg.) Inzwischen wird man aus dem Studentenalter heraus sein, dies aber ist auch durchaus notwendig, denn die Lernzeit ist mit der Uebersiedelung nach Erez Israel endgültig zu Ende. Sind die Ersparnisse (oder das Geld des alten Herrn) sehr bedeutend, so kann man es riskieren, sich sogleich als praktischer Arzt oder als Spezialist niederzulassen. Sind sie es nicht oder nur gering, so wartet man, bis eine Stelle bei der Gupath frei wird. Die Arbeit bei der Cupath erfordert in ganz besonderem Maße die oben erwähnten diffizilen Eigenschaften des Arztes, hat aber andererseits für den neu ins Land Gekommenen unleugbare Vorteile, so daß ich sogar dem „Kapitalisten" empfehlen würde, einige Zeit bei der Gupath zu arbeiten. Die Cupath ist im hiesigen Ärzteleben das, was die Poliklinik im deutschen. Sie ist eine noch höchst unvollkommene Institution in sozialökonomischem Sinne, verfügt aber über einen Stab medizinischer Mitarbeiter, welche eine immerhin mehrjährige Erfahrung im Lande haben, und von denen man in der ersten Zeit des Hierseins lernen kann und muß. Die Stationen in Tel-Awiv, Ajn-Charod und Tiberias geben dazu ausreichend Gelegenheit. Dr. Mandelberg, der Leiter der Gupath, ist ein äußerst liebenswürdiger und umgänglicher Herr. Es wird meistens der Fall sein, daß der Neuangekommene einige Monate auf seine eigenen Kosten bei der Cupath wird arbeiten müssen. Gelingt ihm aber in dieser Zeit eine Fühlungnahme mit dem „Merkas", so kann er damit rechnen, eine der nächsten freiwerdenden Stellen zu bekommen. Wenn ihm daran liegt. Und meiner Meinung nach sollte ihm daran liegen! Für Kollegen, welche nicht auf große, das Maß des Notwendigen übersteigende Einkommen verzichten wollen, möge Palästina gar nicht in Frage kommen! Derartige Elemente liefert uns. die vierte Aliah in ausreichender Menge! Der deutsche Arzt, der K.J.V.er,

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