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Der jüdische Student · 1925-10-01 · Heft 7 (Oktober 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 7 (Oktober 1925)
Date
1925-10-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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210 Die Werbearbeit im kommenden Winter=Semester achtlos vorübergehen, sondern muß es sich zur Aufgabe machen, diese Programme durch seine Ideenkraft zu stürzen. Es ist schon gesagt worden, daß diese Arbeit schwieriger ist als früher und daß sie vor allen Dingen verlangt, daß wir die jüdische Welt von heute kennen, um uns mit diesen Strömungen auch auseinandersetzen zu können. Denn nur dann wird es wirklich möglich sein, mit größerer Wucht und von einer höheren Warte aus Propaganda zu treiben, nur dann werden wir in der Lage sein, eine Ansicht ablehnen zu können, die glaubt, daß jene Strömungen auf der gleichen Ebene wie der Zionismus liegen. Es gilt auch heute noch unsere frühere Anschauung, alle Strömungen im Judentum, welche mehr oder weniger die heutige G a 1 u t h - E x i s t e n z des jüdischen Volkes bejahen, auch dann abzulehnen, wenn anscheinend die Inhalte jener Bewegungen „jüdischer" geworden sind und sie vieles aus dem reichen Schatz der zionistischen Ideologie und der n a t i o n a 1 j ü d i s c h e n Kultur übernommen haben. Dieses muß, kurz gesagt, die Grundlage unserer Propagandaarbeit auch für die Zukunft bleiben und muß jedem Bundesbruder, der sich für diese Propagandaarbeit einsetzt, bewußt sein. Wir wissen, daß hierfür eine Voraussetzung die Selbstbildung jedes Einzelnen von uns ist. Wir wissen, daß das Vertrautsein mit vielen Problemen der Gegenwart in unserem Kreise noch sehr gering ist. Wir werden daher, sei es im J.St., sei es durch Informationsbriefe an möglichst zahlreiche Bundesbrüder in ausführlichen Pressereferaten versuchen, die Kenntnisse in unserem Kreise zu erweitern. Die Zahl der Mitarbeiter im deutschen Zionismus und auch im Kartell ist noch klein. Die Aussichten, welche die zionistische Jugendbewegung zur Zeit bietet, sind nicht sehr hoffnungsvoll. Wenn auch bei uns die Erfolge im Sommersemester besser als früher waren, so wurde schon gesagt: sie waren nicht ausreichend. Zahlen sind immer noch das beste Kriterium jeglicher Arbeit. Es sollte daher bei unserer Werbearbeit ein Ziel sein, daß wir im Jahre 100 neue Menschen in unsere Reihen einführen müssen. Diese 100 neuen Menschen müssen 100 wirkende Mitarbeiter im Zionismus werden. Wir nehmen gerne den Vorwurf auf uns, daß wir Zahlenjäger sind und mehr auf die Quantität als auf die Qualität sehen, da wir wissen, daß dieser Vorwurf unberechtigt ist. Qualität sollte sich in unserem Kreise von selbst verstehen, und Qualität zeigt sich oft erst nach Jahren. Wir werden nicht aufhören, diese Forderung immer wieder im Kartell zu stellen und für sie in unserer Arbeit uns einzusetzen. Was die technische Durchführung der Arbeit betrifft, so werden wir den Antrittskonventen einen genauen Plan mit allen Einzelheiten vorlegen. Wir werden mehr als bisher die Werbearbeit zentral durchführen und organisieren, um durch wirksame Oekonomie unserer Kräfte mil möglichst großem Nutzen zu arbeiten. Wir erwarten von allen Bundesbrüdern, daß sie uns in der Arbeit unterstützen. Gerade da die Arbeit groß ist, werden wir, wenn wir stark sein werden, zeigen, daß auch heute der Zionismus als einzige Bewegung des Judentums, die jüdisches Leben gestaltet, sich kämpferisch durchzusetzen vermag. Das Werberessort: Paul Hirsch.

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