Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 7 (Oktober 1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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. M» -JITDZSCBDE} §«UI»»M* SBiVftCBBiTO DB« KMITSUI ^TVOisCBIS» VERBiNDVKGSM 22. Jahrgang Oktober 1925 Heft Nr. 7 Die Werbearbeit im kommenden Winter=Semester In dem Bericht des Werberessorts zum Kartelltag (J.St. 1925, Heft 3) wurde ausführlich auf die allgemein-zionistischen Gedankengänge hingewiesen, unter denen die Werbearbeit betrachtet werden muß. Obwohl wir heute wohl sagen können, daß sich im Kartell die Erkenntnis der Notwendigkeit unserer Propaganda durchgesetzt hat, sind dennoch die Erfolge der Arbeit des vergangenen Semesters nicht so groß, wie wir erwartet haben und wie es zu einer erfolgreichen Durchführung unserer Arbeit notwendig wäre. Eine Bewegung wie die zionistische und ein Bund wie das K.J.V. haben für die Bewertung des gegenwärtigen Lebens immer den kritischen Maßstab der werbenden Wirkung auf die Umwelt. Es kann heute im deutschen Judentum eine lebhafte Reaktion gegen den Zionismus festgestellt werden, und es darf, wenn wir an die Propagandaarbeit herangehen, nicht verschwiegen werden, daß diese unsere Propaganda in ganz anderem Maße als früher auf Schwierigkeiten stößt. Fast überall ist auf gegnerischer Seite ein Anschwellen antizionistischer Aktionen zu konstatieren, ohne daß bisher von unserer Seite die nötigen Gegenmaßnahmen ergriffen worden sind, geschweige denn, daß wir unsererseits überhaupt zur Offensive übergingen. Es ist Aufgabe des Kartells, hier die Initiative im zionistischen Leben zu ergreifen und in den Kreisen seiner Wirkungsmöglichkeiten wieder einmal mit zionistischer Stoßkraft gegen das antizionistische Judentum vorzugehen. Die Kritik des gegenwärtigen Judentums ist von jeher eine der Hauptaufgaben des Kartells gewesen. Wir werden es uns nie nehmen lassen, der jüdischen und nichtjüdischen Umwelt zu sagen, daß wir als Zionisten das heutige Dasein oder Schein- Dasein des Judentums, in welcher Gestalt es immer auch auftreten mag, negieren und immer wieder versuchen werden, im geistigen Kampfe der jüdischen Jugend zumindest die Unhaltbarkeit ihrer Situation klarzumachen. Während früher sich dieser Kampf in überwiegendem Maße gegen ein indifferentes und jüdisch uninteressiertes Judentum auswirkte, ist heute die Situation insofern verändert, als wir es in allen Lagern des nichtzionistischen Judentums mit einer organisierten Jugend zu tun haben, die vorgibt, positive jüdische Programme zu haben. Eine Propagandaarbeit des Zionismus kann daher an diesen Programmen nicht