Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 6 (August 1925)
- Date
- 1925-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Protokoll der PrSsidiumssifrung vom 19. )uli 1925_ 191 daß gerade die aktiven Mitarbeiter des Kartells sich an der Fahrt beteiligen, da sie in einem hohen Maße ihre Eindrücke und Erfahrungen für die weitere Arbeit des Kartells nutzbar machen werden. Auf die Geschlossenheit der Fahrt ist besonders Wert zu legen. Es soll in allen Verbindungen die Gründung von Palästina-Reise- Fonds angeregt werden, an deren Finanzierung sich die Alten Herren der Verbindungen beteiligen sollen. Vielleicht ist auch die Schaffung eines zentralen Reisefonds anzuraten. Es wäre zu empfehlen, daß der schon bestehende Palästina-Fonds in besonderen Fällen Bundesbrüdern ein Reisestipendium bezw. Reisedarlehen gibt. gez. Ernst Böhm. 3. Expose des Unterrichtsressorts. Zur Hebraisierung. Zur genaueren Kontrolle über das Lernen der Bundesbrüder wird auf dem Antrittskonvent ein Vertrauensmann ernannt. Dieser hat dafür zu sorgen, daß die Bundesbrüder in kürzester Zeit die geeigneten Lehrmöglichkeiten haben. Nach drei Wochen spätestens hat er dem Präsidium einen Bericht über die Unterbringung der Bundesbrüder in den Kursen etc. einzusenden. Außerdem hat er während des gesamten Semesters den Unterricht zu überwachen und muß am Schluß des Semesters dem Präsidium einen Bericht über die Resultate zugehen lassen Dispens vom Hebräischen für mehr als ein Semester muß außer vom zuständigen Konvent auch vom Präsidium erteilt werden. Zur Judaisierung. 1. Einrichtung folgender Vorlesungen im Wintersemester. Ein Vortragszyklus über das jüdische Gesetz im Rahmen der freien jüdischen Volkshochschule in etwa folgender Zusammenstellung: Dr. Baeck, Der Entwicklungsgedanke im jüdischen Gesetz; Dr. Baneth, Der talmudische Ideengehalt in seinen Wurzeln und seiner Bedeutung für das Leben des jüdischen Volkes; Dr. Torczyner, Die Entstehung des Gesetzes in der biblischen Zeit; Dr. Guttmann, Der Einfluß der arabischen Philosophie und der Scholastik auf die Entwicklung des Gesetzes im Mittelalter; Dr. Ellbogen, Die jüdische Liturgie; Dr. Hermann Weil, Die Beziehung des modernen Menschen zum Gesetz; Dr. Wolffsberg, Die Bedeutung des Gesetzes für die Religionsphilosophie. Aenderungen der Dozenten, insbesondere aber auch nach Rücksprache mit den Dozenten, der Themata sind natürlich vorbehalten. (Eine Reihe von Dozenten haben bereits zugesagt.) Als Zeit für die ersten vier Vorlesungen ist vorgesehen, etwa 1., 15., 30. November, 15. Dezember. Die nächsten drei Vorlesungen dann nach Weihnachten. Diese Vorlesung ist für das K.J.V. Berlin bestimmt. Eine weitere Vorlesung in vier Stunden, die besonders für die Aktivitas gedacht ist, von Bbr. Adolf Leschnitzer über die jüdischen Salons. Als dritte Vorlesung ein Bibelkurs, wahrscheinlich von Max Strauß, für im Hebräischen fortgeschrittene Bundesbrüder, für die nicht das Sprachliche, sondern das Inhaltliche im Vordergrund des Interesses steht. 2. Die wichtigsten und geeignetsten Referate werden nach Verständigung mit den Dozenten im J.St. wiedergegeben. Es wird ein spezieller Kulturteil von jetzt ab eingerichtet.