Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 6 (August 1925)
- Date
- 1925-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Protokoll der Prasidiumssitjung vom 19. )uli 1925 nommen. Die Kurse zur „Judaisierung" sind sehr zu begrüßen. Die Vorschläge betreffs zionistischer Ideologie und das große Seminar sollen baldmöglichst realisiert werden. In die Unterrichtskommission werden gewählt: Für zionistische Ideologie: Foerder, Nachmannsohn, Leschnitzer, Holdheim, Kanowitz, Irvin Fisher, Hurwitz. Für Palästinafragen: Landauer, Böhm und Sternau. Bbr. Nachmannsohn betont in seinem Schlußwort gegenüber Bbr. Holdheim, daß es für uns als Akademiker nicht möglich sei, Hebräisch nur als Sprache zu lernen und vom Komplex Judentum nur die Tatsachen zu kennen, sondern es ist bei den meisten Bundesbrüdern das starke Bedürfnis vorhanden, mit der geistigen Eigenart des jüdischen Volkes vertraut zu werden. Nach einer Debatte wird beschlossen, daß die vorgesehenen Kurse für die Verbindung offiziell gemacht werden sollen. Wegen des Kurses Leschnitzer soll Bbr. Nachmannsohn sich jedoch erst mit den Erstchargierten in Verbindung setzen, um eine Überbelastung der Verbindungen durch Kurse zu vermeiden. Schluß der Sitzung 8 Uhr. "L Expose für die Redaktion des ].St 1. Der J.St. steht im Dienste der Erziehung des Kartells; alle anderen Funktionen der Zeitschrift (wie etwa Orientierung über politische Verhältnisse etc.) stehen im Dienste des Erziehungszweckes. Das Erziehungsziel bestimmt den möglichen Inhalt der Zeitschrift. 2. Voraussetzung der Kartellerziehung ist die zionistische Entscheidung. Diese Entscheidung muß, wenn sie echt sein und bleiben soll, immer neu vollzogen werden. Demgemäß wird die Aufhellung der Voraussetzungen und der Richtung der zionistischen Entscheidung auch weiterhin zum Aufgabenbereich des J.St. gehören. 3. Die Kartellerziehung ist zuerst politische Erziehung. Sie hat sich nach zwei Richtungen von der bisher im Kartell üblichen politischen Erziehung zu unterscheiden. a) In bezug auf das Wissen. In dieser Hinsicht hat der J.St. dem K.J.V.er konkrete Kenntnisse der zionistischen Tatsachen zu übermitteln. Es wird die Aufgabe des in Palästina ansässigen Präsidiumsmitgliedes sein, dafür zu sorgen, daß in jedem Heft mindestens ein Bericht des jeweils sachverständigsten in Palästina ansässigen Bundesbruders über sein Sachgebiet erscheint. In grundsätzlich gleicher Weise wird der fachlichst geeignetste Bundesbruder zu Berichten über zionistische Galuth- Fragen heranzuziehen sein. Es muß weiter dafür Sorge getragen werden, daß die Bundesbrüder eine möglichst konkrete Vorstellung von den weltpolitischen Zusammenhängen, in denen der Zionismus steht, bekommen. Es wäre zu erwägen, ob nicht ein entsprechend befähigter Bundesbruder vom Prä-