Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 6 (August 1925)
- Date
- 1925-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537625-3537629--6376-3544453- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
184 Protokoll der Präsidiumssitjung vom 19. ]uli 1925 K.J.V. müsse daher drüben ein gemeinsames Werk schaffen. K.J.V.er könnten auch in größerer Zahl in der Blauweiß-Werkstätte mitarbeiten. Über den Landesverband Erez Israel berichtet Bbr. W o 1 f f, daß er nichts mehr als ein schlechter Bezirksverband sei. Er erfülle keineswegs die Aufgaben, die erfüllt werden könnten und müßten. Auch die Blauweiß-Werkstätten seien durch die Bundesbrüder in Palästina nicht unterstützt, sondern meist nur gehemmt worden. Bbr. Foerder: Unsere Bundesbrüder drüben haben zwar sehr viel mit sich zu tun, man müßte aber jemanden gewinnen, der uns für regelmäßige Berichterstattung, für die Stellenvermittlung usw. zur Verfügung stehen. Er will darüber mit Leo Rosenblüth korrespondieren. Bbr. Schwarz: Um die Schwierigkeiten des Einlebens zu beheben, müßte ein Vertreter des K.J.V. drüben sein, dem wir finanziell die Möglichkeit dazu geben müßten, sich den mannigfaltigen Aufgaben zu widmen. Für solche Aufgaben bekämen wir auch Geld unter den hiesigen Bundesbrüdern. Bbr. Foerder weist auf die Wichtigkeit von Palästinareisen hin. Man müßte hier Mittel zur Verfügung stellen. In diesem Zusammenhang schlägt er vor, die Finanzfragen des Kartells einmal grundsätzlich durchzusprechen. Bbr. Foerder ist für eine einheitliche Verwaltung sämtlicher Gelder. Nach einer Debatte darüber, auf welchem Wege man Palästinareisen finanzieren solle, wird beschlossen, daß der Palästinafonds diese Aufgabe mit übernimmt. Es wird eine Kommission gewählt, die zunächst den im Expose von Bbr. Böhm vorgeschlagenen Fragebögen entwerfen soll. Die Kommission besteht aus den Bundesbrüdern Foerder,Böhm,Hirsch, Hurwitz und Michels. III. Unterrichtsressort. Bbr. Nachmannsohn betont in seinem Referat die Notwendigkeit der zionistischen Bildung. Der Kartelltag habe gezeigt, daß das größte Manko der Kartellsituation in der mangelhaften zionistischen Ausbildung unserer Bundesbrüder liege. Überhaupt lasse das geistige Niveau des Kartells viel zu wünschen übrig. Die Gründe liegen hauptsächlich außerhalb des Kartells. Die Menschen der heutigen Zeit sind nicht auf geistige Auseinandersetzungen eingestellt. Dagegen muß im Kartell Stellung genommen werden. Die Bildungselemente, die wir heute den Bundesbrüdern zu übermitteln haben, sind andere als vor dem Kriege. Wir müssen erst einmal den Stoff durcharbeiten, den wir heute dem K.J.V. zu vermitteln haben. Dazu wäre eine Kommission einzusetzen, die den Stoff in Bibliographien für die Unterrichtsleiter zusammenstellt. Ferner soll in Berlin ein Seminar stattfinden, in dem wir diese Fragen den Bundesbrüdern vortragen. Der Kreis soll bestehen 1. aus Vertrauensmännern, 2. aus Bundesbrüdern,' die als Kursleiter für die Verbindungen in Betracht kommen. Palästina muß im Unterricht eine ganz andere Bedeutung haben als bisher; das gilt vor allem für die Fuxenstunden. Hierfür müßte eine besondere Kommission von Bundesbrüdern gewählt werden, die die palästinensischen Verhältnisse gut kennen.