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Der jüdische Student · 1925-08-01 · Heft 6 (August 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 6 (August 1925)
Date
1925-08-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Aus der Korrespondenz des Präsidiums 177 Und schließlich noch ein Wort über die Form dieser Auseinandersetzung. Wir denken nicht im mindesten daran, das Kartell zu einer Parteimaschine mit vorschriftsmäßiger Gesinnung zu degradieren, sondern sehen das besondere Wesen des Kartells einmal darin, daß hier Menschen sind, die, wie Du richtig schreibst, selbst die Möglichkeit einer Entscheidung haben. Trotzdem glauben wir, die Aufgabe eines Präsidiums so auffassen zu müssen, daß es mit Entschiedenheit gewisse Gedanken vertritt und den Versuch macht, die Mehrheit des Kartells von ihrer Richtigkeit zu überzeugen. Niemand denkt daran, unsere Erkenntnisse anderen aufzuzwingen, was ja auch gar nicht in unserer Macht steht. Ich würde mich freuen, über Deine Beurteilung unserer grundsätzlichen Stellungnahme von Dir zu hören. Mit bundesbrüderlichem Gruß Das Präsidium des K.J.V. 20. Juli 1925. An die V.J.St. Hasmonaea, Riga / Lettland. Liebe Bundesbrüder! Unterdessen hat die in meinem letzten Schreiben an Euch angekündigte ausführliche Rücksprache mit Bbr. Boris S i 1 b e r t, der uns auf seiner Durchreise aufgesucht hat, stattgefunden, und das Präsidium hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Frage Riga noch einmal eingehend beschäftigt. Wir sind auf Grund unserer Beratungen zu folgenden Ergebnissen gekommen, die ich versuchen will, Euch im Nachfolgenden darzulegen. Grundsätzlich begrüßen wir nach wie vor Eure Absicht, im Rahmen des K.J.V. mit uns zusammen zu arbeiten. Es dürfte überflüssig sein, die vielfachen Gründe aufzuzählen, die eine derartige Zusammenarbeit als in unserem beiderseitigen Interesse liegend erkennen lassen. Wir versprechen uns von einem intensiven Zusammenarbeiten mit Euch viel Anregungen, und wir glauben, nicht zu viel zu sagen, wenn wir nochmals zum Ausdruck bringen, daß die Wirkungsmöglichkeiten der Hasmonaea ungleich größer sein werden, wenn sie nicht eine isolierte Verbindung in Riga ist, sondern die Angehörige eines großen Bundes mit zionistischer Tradition und zionistischem Ansehen. Wir haben aber andererseits in unserer jahrelangen Praxis gelernt, daß ein derartiges Zusammengehen nur dann auf die Dauer für beide Teile sich erfolgreich gestalten kann, wenn man den Mut hat, den möglichen Differenzen ins Auge zu sehen, und bei dem Zusammengehen alles tut, um mögliche Schwierigkeiten zu paralysieren. So sehr wir uns freuen würden, Euch als Bundesbrüder und jetzt endlich als vollgültige Bundesbrüder aufnehmen zu können, so sind wir doch andererseits die vom Kartelltag gewählten und diesem verantwortlichen Sachwalter des K.J.V. Wir müssen dessen Interesse besonders wahrnehmen und können nur solche Menschen als Bundesbrüder bei uns aufnehmen, die tatsächlich gewillt sind, ihr zionistisches Leben im Sinne und nach den Prinzipien des K.J.V. zu führen.

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