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Der jüdische Student · 1925-08-01 · Heft 6 (August 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 6 (August 1925)
Date
1925-08-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Avis der Korrespondenz des Präsidiums 175 dem wir zu einer ganz bestimmten Ansicht gelangten, die wir dann unseren Bundesbrüdern empfahlen. Zunächst eine mehr formelle Bemerkung. Uns wundert etwas die Stellung Eurer Delegierten auf dem Kartelltag. Auf diesem wurde von dem Unterzeichneten sehr ausführlich gerade — und Ihr werdet es bei der Lektüre des J.St. bestätigt finden —" über die Notwendigkeit der Aufgabe der innerpolitischen Neutralität gesprochen. Ich machte damals den Versuch, aufzuzeigen, daß die Entwicklung der letzten Zeit eine derartige Stellungnahme des Kartells notwendig macht, daß es vor allem heute nicht mehr genügt, und sogar, wie ich weitergehend sagen möchte, unmöglich ist, zu einem Zionisten schlechthin zu erziehen, sondern daß es heute gilt, einen bestimmten konkretisierten Typ zu schaffen, der für uns Vorbild und Ziel der Erziehung ist. Ich möchte da nochmals auf die Ausführungen verweisen, die Ihr im J.St. ja wiederfindet. Im übrigen möchte ich ergänzend noch folgendes dazu bemerken: Ich glaube nicht daran, daß es möglich ist, ein wirklich geistiges Leben im Kartell zu schaffen, wenn man sich nur auf die Debatte der Kartellfragen beschränkt. Andererseits hat es der Versuch gezeigt, <|aJ5 es nur möglich ist, das Kartell innerzionistisch zu interessieren, wenn man es zu einer ganz bestimmten Stellungnahme veranlaßt. Das bedeutet nicht — und hierin ist uns Eure Resolution teilweise unverständlich —, daß Bundesbrüder, die anderer Ansicht sind, in unserem Bunde nicht mehr Platz haben. Wir sind durchaus der Meinung, daß es im Kartell und zwar auf der Basis bundesbrüderlichen Zusammenlebens Menschen geben kann, die sich in ihrer zionistisch-politischen Stellungnahme unterscheiden. Der Kartelltag wird dann der Ort sein, wo wir Gelegenheit haben, immer wieder nachzuprüfen, welches die Ansicht ist, hinter der die Majorität steht. Dann wird es allerdings Sache des von dieser Majorität gewählten Präsidiums sein, in der Erziehungsarbeit diese An- * sieht zur Durchführung zu bringen. Auf der anderen Seite haben diejenigen Bundesbrüder, die in der Minderheit geblieben sind, durchaus die Möglichkeit, in unserem Kreise weiter zu arbeiten und von sich aus den Versuch zu machen, die Mehrheit des Kartells zu ihren Gedankengängen zu bringen. In jeder wirklich lebendigen Gruppe gibt es ja derartige Bewegungen, muß es Meinungsverschiedenheiten, Auseinandersetzungen geben. Ich kann hier nur wiederholen, was ich im Kongreßrundschreiben bereits gesagt habe, daß es nicht zum Schaden des Kartells sein wird, wenn es uns gelingt, in ihm wirklich zu innerzionistischen Auseinandersetzungen zu gelangen. Wir werden gern bereit sein, mit Euch über diese Fragen in einer fortlaufenden Korrespondenz zu bleiben und bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit auch in Eurem Kreise über alle diese Dinge zu referieren. Mit bundesbrüderlichem Gruß Das Präsidium des K.J.V. Liebe Bundesbrüder! Euern Brief vom 27. d. M. habe ich erhalten. Die darin erwähnten Rundschreiben an die Verbindungen und Bezirks verbände sind mir unbekannt. Wenn das Präsidium bei den Wahlen zum Kongreß sich auf

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