Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 6 (August 1925)
- Date
- 1925-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Aus der Korrespondenz des Präsidiums lichten Wirtschaftsthesen, die das einstimmige Votum des Finanz- und Wirtschaftsrates für die weitere wirtschaftliche Entwicklung wiedergeben. Wesentliche Teile des Kongreß Programms der Z.V.f.D. sind von der Exekutive, insbesondere von Weizmann, als geeignete Grundlagen für die weitere Arbeit akzeptiert worden. Wir wiederholen nochmals, daß die Z.V.f.D. bezw. ihre Delegation der ganzen letzten Entwicklung nach berufen sein wird, auf dem Kongreß eine wichtige Rolle zu spielen. Wrir haben in einem besonderen wahltechnischen Rundschreiben schon darauf hingewiesen, daß es unbedingte Pflicht jedes K.J.V.ers ist, sein Wahlrecht auszuüben. — Das Präsidium hat sich nochmals insbesondere im Anschluß an die ablehnende Stellungnahme einiger Gruppen mit der Frage unserer Haltung zum Kongreß befaßt. Es hat nach sorgfältigster Überprüfung der gesamten Situation an seinem in Verfolg der Haltung des Kartelltages gefaßten Beschluß, die Liste Rosenblüth zu unterstützen, festgehalten und empfiehlt Euch, Eure Stimme für diese Liste abzugeben. Mit bundesbrüderlichem Gruß Das Präsidium des K.J.V. Die Rundschreiben des Präsidiums haben im Kartell eine lebhafte Debatte hervorgerufen. Wir veröffentlichen nachstehend aus dem umfangreichen Briefwechsel einige Briefe: 22. Juli 1925. An die Verbindungen Haboneh Darmstadt und Saronia Frankfurt. Liebe Bundesbrüder! Ihr habt uns Briefe übermittelt, in denen Ihr Euch — die Darmstädter Bundesbrüder in der Form etwas vorsichtiger, die Frankfurter dagegen in einem offenen Mißtrauens- oder Mißbilligungsvotum — gegen unsere Politik wendet. Ich möchte Gelegenheit nehmen, Euch noch einmal die Hauptgedanken, die uns zu diesem Vorgehen veranlaßt haben, zu unterstreichen., Vielleicht, daß es so gelingt, zu einer Uebereinstimmung zu gelangen. Zunächst ist festzustellen, daß wir an eine öffentliche Erklärung oder dergleichen nicht gedacht haben. Ich möchte mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck bringen, daß ich mir durchaus Situationen vorstellen kann, wo auch eine derartige öffentliche Erklärung des Kartells erfolgen könnte und erfolgen wird. Im Moment besteht zu einer solchen gar keine Veranlassung; sie würde vielmehr deplaciert erscheinen, und wir haben niemals daran gedacht, eine solche zu veröffentlichen. Wir haben allerdings — Ihr habt ja das Rundschreiben auch erhalten — in einem Kongreßrundschreiben an alle Verbindungen und Gruppen versucht, ausführlicher zu der politischen Situation Stellung zu nehmen und zwar im Verfolg der auf dem Kartelltag vertretenen Gedankengänge nicht objektiv darstellend, sondern in-