Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 6 (August 1925)
- Date
- 1925-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der-Korrespondenz des Präsidiums ro es in dem Kongreßprogramm der Z.V.fJD. gefordert wurde, zu konstituieren. Diese Erklärung ist um so bemerkenswerter, als durch sie auch der Opposition, deren Hauptforderung die provisorische Agency war, ihr Hauptargument gegenüber der Weizmannschen Politik entzogen wurde. In der Tat erklärte auch Nachum Goldmann auf der A.G.¬ Sitzung für die Konferenzgemeinschaft, daß ihre Bedenken gegen die Agency durch die Erklärung weitgehend behoben seien. Trotzdem führt man insbesondere auch in Deutschland den Wahlkampf weiter, und zwar wendet man sich gegen den „Agency-Geist", worunter man eine defaitistische anationale Auffassung des Zionismus versteht» Gegen diese Argumentation muß energisch Stellung genommen werden. War es vielleicht vor der Erklärung der Exekutive noch verständlich, daß man angesichts der Neuheit des Weges vor einer zu starren Fixierung (die von keiner Seite jemals beabsichtigt war) zurückschreckte, so muß diese jetzt gewählte Art der Führung des Wahlkampfes abgelehnt werden. Gerade die Vertreter des Programms der Z.V.f.D., für das der Kartelltag sich ebenfalls entschieden hatte, waren es, die in der Gesamtbewegung sich immer mit besonderer Entschiedenheit für den idealistischen und nationalen Charakter unserer Bewegung einsetzten. Es scheint uns nicht angängig zu sein, daß man gerade dieser Richtung gegenüber versucht, sich als Wahrer der nationalen und idealistischen Bewegung zu gerieren. Wenn es auch nach der neuesten Entwicklung auf der A.C.-Sitzung so scheint, als ob die beiden Gruppen kaum noch grundsätzliche Unterschiede trennen, so gibt es doch in ihrer Gesamthaltung wesentliche Differenzen, die für ihre Stellungnahme zu den einzelnen Fragen entscheidend sind. Der deutsche Zionismus hat sich nicht damit begnügt, den Zionismus zu erfassen als eine revolutionäre, in einer nur oppositionellen Haltung sich erschöpfende Bewegung, sondern er hat die Kraft und die Verantwortung gefunden, sich umzustellen in die viel schwierigere Position einer „Regierungspartei", einer Gruppe, die bereit ist, an den realen Gegebenheiten positiv mitzuarbeiten. Dagegen finden wir bei der Konferenzgemeinschaft jene menschlich vielleicht uns ansprechende, aber letzten Endes apolitische Haltung, die der heutigen Situation des Zionismus in dieser Form jedenfalls nicht mehr angemessen ist. Es mag zwar leichter sein und vielleicht auch für Zionisten angenehmer, Proteste gegen die Haltung der englischen Regierung zu erheben, verantwortlicher und dem Aufbauwerk förderlicher scheint uns die Haltung der Gruppen zu sein, die versuchen, die wirklichen Voraussetzungen für die Weiterführung unseres Werkes zu schaffen. Nichts spricht so sehr gegen die auch von uns abgelehnte Konferenzgemeinschaft radikaler Zionisten als die Unmöglichkeit, ein konstruktives Programm für irgendein Gebiet zu ^entwickeln. Selbst auf einer kürzlichen Versammlung in Berlin, auf der prominenteste Führer der Konferenzgemeinschaft sprachen, begnügte man sich lediglich mit Polemik. III. Wirtschaftsfragen, insbesondere vierte Alijah. Der A.C.-Sitzung lag das Budget für das neue Jahr noch nicht vor. In den Vorbesprechungen kam ganz allgemein die Notwendigkeit zum Ausdruck, die vierte Alijah einzugliedern in den Aufbau des Landes. Dies kann geschehen, indem man Geldmittel, soweit solche zur Verfügung stehen, bereit stellt und die geeigneten wirtschaftspolitischen Maßnahmen (Gründung einer Industriebank etc.) trifft. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die in der Rundschau von heute verofTent-