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Der jüdische Student · 1925-08-01 · Heft 6 (August 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 6 (August 1925)
Date
1925-08-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Aus der Korrespondenz des Präsidiums 169 lebendiges Ar^ ^nehmen — sich für die eine oder andere Richtung entscheiden lernen. Es wird schließlich nicht zum Schaden des Kartells sein, wenn es in ihm wirklich lebendige innerzionistische Auseinandersetzungen gibt. Das Präsidium beabsichtigt, diese auf dem Kartelltag sehr ausführlich vertretenen Grundgedanken in seiner praktischen Arbeit durchzuführen. Ihr wißt, daß wir es auf dem Kongreß mit mehreren Gruppierungen zu tun haben, und daß sich auch in Deutschland eine sogenannte Opposition gebildet hat. Der Kartelltag hat sich fast geschlossen für die zionistische Auffassung entschieden, die in dem Kongreßprogramm der Z.V.f.D. niedergelegt ist. Wir sind entschlossen, von dieser unserer Haltung nicht abzugehen und müssen so folgerichtig zu einer Ablehnung von Gedanken kommen, wie sie die sogenannte Opposition auch in Deutschland vertreten hat. Ihr dürftet aus der Rundschau und aus der übrigen Presse die Auseinandersetzungen, die zwischen den einzelnen Gruppen geführt wurden, bereits kennen. Es soll hier nur nochmals der Versuch gemacht werden, in kurzen Zügen die Hauptgedankengänge des Kongreßprogramms der Z.V.f.D. zu entwickeln und sie gegenüber der sogenannten Opposition abzugrenzen. — Der Kampf der Opposition richtet sich in der Hauptsache, wie sich immer klarer herausstellt, gegen die Person Weizmanns, und zwar versucht man, diesen Kampf im wesentlichen mit zwei sachlichen Argumenten zu führen. Einmal greift man die Agency-Politik an und fordert in dem in der Presse publizierten Programm, wenn auch nicht gerade sehr eindeutig, den Abbruch der Bündnispolitik überhaupt, denn auf etwas anderes könnte heute eine derartige Stellungnahme, wie sie die Kongreßgemeinschaft radikaler Zionisten fordert, im gegenwärtigen Stadium der Verhandlungen kaum hinauslaufen. Daneben betont man in letzter Zeit immer wieder gerade die politischen Mißerfolge der Exekutive und geht darin so weit, Weizmann als eine persona ingrata bei der englischen Regierung hinzustellen. Es ist nicht zu verkennen, daß in der letzten Zeit gewisse politische Mißerfolge zu verzeichnen sind. Wir erinnern nur an die nicht gerade sehr freundliche Haltung der Mandatskommission des Völkerbundes und an die Tatsache, daß die Ernennung des neuen High-Gommissioners Plumer ohne Fühlungnahme mit der Exekutive bezw. Weizmann erfolgt ist. Ganz abgesehen aber davon, daß die heutigen Wortführer der Opposition jahrelang eine andere Politik befürworteten — sie waren es gerade, die einen energischen Kampf gegen Herbert Samuel forderten — sind derartige Aeußerungen, wie wir sie in der letzten Zeit von der Opposition gehört haben, viel zu weitgehend und objektiv völlig unberechtigt. Es sei hier nur erinnert an die letzten bedeutsamen Reden von Lloyd George, von Balfour und von Herbert Samuel, auch an das neue englische Weißbuch, aus denen mit Deutlichkeit hervorgeht, wie abwegig die Angriffe gegen Weizmann wegen seiner politischen Tätigkeit sind. Ein wirkliches Urteil über politische Zusammenhänge wird im allgemeinen nur der geben können, der mit allen Einzelheiten, die zu diesem oder jenem Entschluß geführt haben, vertraut ist. Jedenfalls aber dürfte die Entwicklung der letzten Jahre, in denen politische Erfolge trotz allem sehr groß waren, gezeigt haben, daß die Bewegung in Weizmann einen Führer gefunden hat, der der überaus schwierigen Situation durchaus gerecht wird. Es ist ein demagogisches Scheinargument, wenn man immer behauptet, die Bewegung dürfe nicht auf einzelne

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