Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 6 (August 1925)
- Date
- 1925-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Aus der Korrespondenz des Präsidiums unterhalten, oder jedenfalls darf sich diese Korrespondenz nicht in der Regelung organisatorischer Fragen erschöpfen, sondern es muß viel lebhafter als bisher einen Gedankenaustausch über die Fragen unserer inneren Entwicklung geben. Es müssen Erfahrungen weitergegeben, Anregungen mitgeteilt werden. All dies ist Voraussetzung für ein wirkliches, starkes geistiges Leben des Kartells, das zu schaffen wir als eine unserer wichtigsten Aufgaben ansehen. Wir gehen nach dem KT. mit großem Vertrauen an unsere Arbeit. Wir werden versuchen, das unsrige zu tun, um die Ergebnisse, die der K.T. zweifellos gehabt hat, entsprechend auszuwerten. Es wird Eure Sache sein, uns mit ungebrochener Kraft in dieser Arbeit zu unterstützen. Wir bitten Euch, zu den verschiedenen Fragen Eure Ansicht zu sagen. Mit bundesbrüderlichem Gruß Das Präsidium des K.J.V. Zum Kongreß. Berlin W. 35, den 15. Juli 1925. Liebe Bundesbrüder! Wir erkannten auf dem Kartelltag als eine unserer wichtigsten Aufgaben, den Versuch zu machen, unsere Bundesbrüder in die Fragen der zionistischen Bewegung einzuführen und sie besonders vertraut zu machen mit den aktuellen Geschehnissen und Sorgen unserer Organisation. Der Kongreß gibt uns hier eine kaum sich mehr bietende Möglichkeit, diesen Teil der Arbeit sofort zu beginnen. Wir wollen den verbleibenden Rest des Semesters dazu benutzen, uns möglichst in allen Verbindungen intensiv mit den Kongreßproblemen zu beschäftigen. Es werden in den Orten, die uns im Augenblick erreichbar sind, Präsidiumsmitglieder über die Kongreßfragen sprechen. In den anderen Verbindungen muß möglichst ein Bundesbruder, der die politischen Zusammenhänge übersieht, ein derartiges Referat über Kongreßfragen übernehmen. Wir wollen im Nachfolgenden den Versuch machen, einige Hauptgedanken, mit denen sich die Diskussion beschäftigt, und auch die im Kartell zu führende beschäftigen muß, zu unterstreichen. Zunächst aber scheint eine grundsätzliche Bemerkung notwendig zu sein. Während es früher Sache des Kartells und insbesondere der Kartelleitung war, nur objektiv die Geschehnisse zionistischer Politik darzustellen, war eine der wichtigsten Erkenntnisse, die der Kartelltag für uns brachte, die, daß es heute notwendig für das Kartell ist, in innerzionistischen Fragen Stellung zu nehmen und zu bestimmten Entscheidungen zu kommen. Es soll hier nochmals, um Mißverständnissen entgegenzutreten, betont werden, daß unsere Stellungnahme nicht bedeutet, daß uns Bundesbrüder, die sich mit ihr aus zionis tisch - politischen Gründen nicht identifizieren können, nicht als Mitarbeiter genehm sind; sie hat vielmehr nur den Sinn, daß wir im heutigen Augenblick an die Notwendigkeit glauben, mit eindeutigen Erziehungszielen an unsere Bundesbrüder heranzutreten. Wir wollen unsere Menschen allmählich reif machen, zu innerzionistischen Fragen Stellung zu nehmen, und sie sollen dann — nur so erreicht man ein wirklich