Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 6 (August 1925)
- Date
- 1925-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der Korrespondenz des Präsidiums 167 wir den Versuch machen, durch die Aufstellung eines detaillierten Programms Arbeitsmöglichkeiten für die einzelnen Verbindungen zu schaffen. Im Winter wird zum ersten Male in Berlin ein unter Mitwirkung des Unterrichtsressorts nach besonderen GesichtsDiinkten zusammengestellter Kurs über jüdische Geschichte stattfinden, zu dem wir versuchen werden, erste jüdische Wissenschaftler zu gewinnen. Wir glauben, daß so die Möglichkeit am besten gegeben ist, in der Judaisierung des Kartells zu konkreten Fortschritten zu kommen. Es ist dies naturgemäß zunächst nur ein Versuch, der, wenn er sich bewähren wird, in anderen Städten auf ähnlicher Basis fortgesetzt wird. Wir hoffen, die Referate, die hier gehalten werden, auch Bundesbrüdern, die nicht persöriich an diesem Kurs teilnehmen können, durch den J.St. zugänglich machen zu können. Ein besonders weites Feld eröffnet sich für uns in der Palästina- Arbeit. Der K.T. hat uns auch hier Richtlinien gewiesen. Wir werden nochmals sehr sorgfältig alle Richtlinien prüfen, die es für uns gibt, Bundesbrüder zu veranlassen, in die landwirtschaftliche Hachscharah zu gehen, und werden, nachdem wir uns eine genaue Übersicht über die notwendigen sachlichen Unterlagen verschafft haben, diese Arbeit systematischer als es bis jetzt geschehen konnte, durchzuführen beginnen. Hier wird es insbesondere Sache einer persönlichen Beeinflussung sein, die vom Präsidium in Verbindung mit den älteren Bundesbrüdern in den einzelnen Gruppen durchgeführt werden muß, die vor allem jüngere Bundesbrüder veranlassen kann, sich ernsthaft mit dem Problem der Berufsumschichtung zu befassen. Besondere Aufmerksamkeit gilt es dann, den Möglichkeiten beruflicher Einstellung auf Palästina in dem einmal gewählten Berufe zu widmen. Wir sind gerade damit beschäftigt, uns durch Befragung von entsprechenden Experten Unterlagen über die hauptsächlichsten im Kartell vorhandenen Berufskategorien zu verschaffen, die wir nach einer sorgfältigen Durcharbeitung durch Sachverständige als Richtlinien veröffentlichen werden. Schließlich werden wir unser Augenmerk zu richten haben auf die Ausgestaltung unserer Werbearbeit. Hier handelt es sich insbesondere darum, die geeignetsten Methoden herauszufinden, die heute für die Gewinnung junger Menschen, die Propagierung unserer Gedanken unter ihnen am erfolgversprechendsten erscheinen. Gerade hier haben alle Verbindungen, die ja tagtäglich in der praktischen Werbearbeit stehen, die Möglichkeit, im engsten Zusammenhang mit uns diese Dinge durchzudenken und an der Neugestaltung mitzuarbeiten. Wir werden immer mehr dahin kommen müssen, daß bereits bei Beginn des Semesters ein systematisch aufgebauter Propagandaplan vorliegt, der die propagandistische Arbeit für jede einzelne unserer Gruppen regelt. Wir hoffen, auch hierüber schon in allernächster Zeit Näheres mitteilen zu können. Wir haben versucht, Euch in Vorstehendem einen kurzen Abriß über unsere wichtigsten Arbeitsgebiete zu geben. Wir hoffen, daß wir bald in der Lage sein werden, Euch tatsächlich von Fortschritten auf dem einen oder anderem Gebiete zu berichten. Dies wird aber nur dann der Fall sein, wenn wir auf eine wirklich interessierte Mitarbeit jedes einzelnen Bundesbruders rechnen können. Es muß über die Fragen, die das Kartell und das Präsidium beschäftigen, einen viel regeren Gedankenaustausch geben, als dies bisher der Fall war. Die einzelnen Verbindungen sollten sich nicht damit begnügen, mit dem Präsidium eine im wesentlichen mechanische Dinge berührende Korrespondenz zu