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Der jüdische Student · 1925-06-01 · Heft 4-5 (Juni 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 4-5 (Juni 1925)
Date
1925-06-01
Page
[Seite] (sequence 45)
Language
German
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An den Kartelltag 147 dienst von Bbr. Foerder, trotz schwerster persönlicher Schwierigkeiten rechtzeitig in die Bresche im Präsidium eingesprungen zu sein und die eben erwähnte Entwicklung zu ihrem heutigen Punkt weiter geführt zu haben. — Wir haben Ansätze zur Altherrenarbeit, wie sie trotz aller Bescheidenheit so hoffnungsberechtigt noch nie gewesen sind. Wir haben heute Beziehungen zu Palästina, zum großen Teil dank den Bundesbrüdern, die selbst nach Palästina hinübergegangen sind, Beziehungen, die sich auswirken in den mehr und mehr erfüllten Plänen Einzelner, Vorübergehend oder für dauernd nach Palästina zu gehen, und in Bestrebungen wie z. B. dem Palästina-Fonds, der sich schon jetzt als außerordentlich wirksam erwiesen hat und der gleich, wie groß er sein wird, immer denselben Fehler haben wird, daß er zu klein ist, und ich glaube, daß heute die hebräische Sprache ernsthafter und mit lebendigerem Erfolg erlernt wird als früher. — Wir haben im jungen Kartell eine Anzahl von Bundesbrüdern in den Verbindungen, die sich zu einem für das Kartell verantwortlichen Kreis zusammengeschlossen haben, und ihre geistige Zusammengehörigkeit und die gemeinsame Richtung ihrer Energien dokumentiert haben in gelungenen Erstchargiertentagungen und TrefFahrten, ein Kreis, der seine Mitglieder in die. zionistische Arbeit und in die zionistische Organisation schickt, und wir haben in dem und um das Präsidium einen naturgemäß kleineren Kreis, der auf dieser Basis die Führung des Kartells übernommen hat. Es erscheint mir ein nicht unwichtiges Ergebnis der K.J.V.-Erziehung, daß dieser Kreis nach Klärung der Verhältnisse die Führung übernehmen konnte ohne persönlichen Kampf gegen eine, sei es sachliche, sei es menschliche Reaktion, und daß der Übergang der Führung auf andere Personen und andere Generationen nicht verdunkelt wurde — wie es sonst in menschlichen Gemeinschaften die Regel ist — mit dem Kampf gegen das persönliche Beharrungsvermögen auf, einmal eingenommenen, Plätzen, sondern, daß die ältere Generation, dem Sinn der K.J.V.-Erziehung entsprechend (und damit gleichzeitig, in enger technischer Beziehung, zum Schaden des K.J.V.) ihre Arbeit und ihre Wirkung an anderen Stellen, sei es in Palästina, sei es hier in der zionistischen Arbeit gesucht und gefunden hat. Wichtiger scheint die Feststellung zu sein, was nicht erreicht ist, d. h. also, was erstrebt werden muß. Nicht nur mir als dem angeblichen Spezialisten, sondern auch anderen bereitet schwere Sorge, daß die Propaganda des K.J.V. in ihrer Wirkung erschlafft zu sein scheint. Die Frage nach der Zahl erscheint unwichtig im Verhältnis zu der Frage: Sind noch Expansionskraft und Expansionswille vorhanden? Ist nicht möglicherweise die wiederhergestellte Ruhe, der vorher festgestellte ruhige Übergang an eine andere Führung ein Beweis dafür, daß die Kraft erlahmt ist? Im Juli 1923 schloß ich im J.St. den Bericht über die Dresdener Jugendtagung mit den Worten:

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