Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 4-5 (Juni 1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht Ober den 6. Kartelltag 137 sam mit den Bundesbriidern, und es sei erforderlich, daß dieser Zustand organisatorisch sanktioniert werde. — Paul Hirsch erklärte sich für Erziehung zu Chaluziuth, jedoch würde durch Ausgabe von Parolen nichts erreicht werden. Chaluziuth ist keine Frage des Berufsressorts, sondern der Erziehung. Was den Weltstudentenverband betrifft, so könne man von einem Eintritt in die Exekutive nicht reden, da sehr vieles zu bemängeln sei. Das Kartell müßte gegen den Bau des Studentenheimes protestieren. Die hierfür benötigten 7000 Pfund Sterling solle man dem Keren - Hajessod zuführen. Es geht nicht an, daß. sich die Studentenschaft in Palästina ein großes Haus baut, während die Ghaluzim in Zelten und Baracken wohnen. Auch zur Frage Jabotinsky müsse das Kartell eine eindeutige Stellung einnehmen und sich entschieden dagegen aussprechen, da eine derartige Ansicht mit unserem Nationalismus unvereinbar und gegen einen ordnungsmäßigen nationalen Aufbau in Palästina sei. Was die Eingliederung unserer Bundesbrüder in Palästina betrifft, so müsse die Erziehung des K.J.V. dorthin gehen, daß die K.J.V.er, wenn sie Chaluzim sind, ohne weiteres in die Histadruth eintreten können. Dann hielt Bbr. Arono witsch eine hebräische Rede, in der er ebenfalls gegen Fritz Löwenstein polemisierte. Er forderte, daß unsere Erziehung Menschen hervorbringe, die ihre eigenen Möglichkeiten zionistisch erschöpfen. Nicht nur die Arbeiter bauen Palästina, sondern jeder, der sein persönliches Opfer bringt. Ungefähr in demselben Sinne sprach H u r w i t z , der mehr zionistische Aktivität verlangte. vV o 1 p e r t - Göthen bemängelte, daß man nicht mit dem ostjüdischen Studentenverband zusammenarbeite. Leo Rosenblüth ist der Ansicht, daß wir durchaus das Recht und die Pflicht haben, unsere Menschen im Alter von 18—2t Jahren beruflich zu beeinflussen. Die Altherrenfrage muß für das junge Kartell eine Warnung sein. Trotz der sogenannten Illusionspolitik der früheren Jahre seien viele Bundesbrüder in Palästina. L o e b wies auf die Altherrenfrage des jungen Kartells hin und auf die Notwendigkeit, die jungen Alten Herren noch mit in das aktive Kartell einzubeziehen. Herr Dr. Werner Bloch sprach als Leiter des Jugendsekretariats der Z.V.f.D. über die Frage der Jugendpolitik. Die gesamte jüdische Jugend Deutschlands inkl. der liberalen befindet sich in einem Chaos. Die Zusammenarbeit ist sehr schwer, weil in manchen Kreisen gar keine Arbeit vorhanden ist. Aber es gibt gemeinsame Aufgaben, z. B. Übersiedlung, Hachscharah und Werbearbeit, zu denen eine Zusammenfassung notwendig ist. Das Jugendsekretariat soll immer wieder Menschen für die Arbeit in den einzelnen Bünden stellen, ist aber dazu nicht in der Lage. Es ist Aufgabe der Bünde, diese Menschen erst zu erziehen. Man kann Forderungen nicht hoch genug stellen, man muß aber die