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Der jüdische Student · 1925-06-01 · Heft 4-5 (Juni 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 4-5 (Juni 1925)
Date
1925-06-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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136 Bericht aber den 6. Kartelltag jungen K.J.V.er sind in einem Alter, in dem diese Umstellung noch durchaus möglich ist. Den Vorwurf, mit dieser Parole Menschen, die ihr nicht folgen können, unglücklich und zu zweitrangigen Zionisten zu machen, weist er zurück. Man könne sich auch nicht glücklich dabei fühlen, die Verhältnisse zu sehen und nicht Konsequenzen daraus zu ziehen. Zahlreiche Berufe haben heute wenig Aussicht in Palästina, insbesondere Lehrer, Mediziner und Beamte. Er weist hin auf die Notwendigkeit der engen Beziehungen des Berufsressorts zu den Korporationen. Das junge Kartell muß den Weg zur Jugendbewegung finden, ein enger Zusammenhang mit der Altherrenschaft sei gar nicht erwünscht. Das Kartell, das heute nicht in den Brith-Hanoar eintreten kann, erlangt hoff entlich einmal die Berechtigung dazu. Nach einer Abendpause sprach Leo S t r a u ß. Er betont ebenfalls die Selbständigkeit des jungen Kartells gegenüber dem alten. Er bemängelt die Abkapselung gegenüber den europäischen Problemen, die Abneigung gegenüber Theorie und Ideologie. Ideenpropaganda muß immer der Tatsachenpropaganda vorangehen. Früher war die Werbearbeit nicht schwer, heute aber besitzen schon sehr viele andere das geistige Rüstzeug, mit dem wir ihnen früher gegenübertraten und imponierten. Die liberale Jugendbewegung habe heute einen klaren Weg und sei uns in vielen Dingen überlegen. In der Hauptsache beschäftigt sich Strauß mit der Problematik der Kulturfrage, Hebraisierung bedeutet nicht Erlernen der hebräischen Sprache, sondern Erschließung der jüdischen Kultur. Er fordert Auseinandersetzung mit den Inhalten der jüdischen Kultur und mit der Tradition. Kanowitz polemisiert gegen Löwenstein. Es gibt für uns nicht die Möglichkeit der Entscheidung nach der einen oder anderen Seite. Man kann aus der Frage Chaluziuth oder nicht Chaluziuth keine Existenzfrage des K.J.V. machen. Unsere bisherigen Erfolge haben wir erreicht durch die von Löwenstein als unzureichend gekennzeichnete politische Erziehung. Wir müssen Menschen erziehen, die sich eingliedern können ohne Parolen. Dann sprach Arthur Stern, der auf Grund seiner Erfahrungen in Jena für engen Zusammenschluß mit Ostjuden und für den Anschluß an den Brith-Hanoar eintritt, und Hans Katschke, der im wesentlichen den Antrag des Ruder-V.J.St. auf Abänderung des Tendenzparagraphen begründete, und zwar damit, daß man Keilfüxen gegenüber unser klares zionistisches Programm dadurch klar zeigen müsse. — Nach Schluß der Abendsitzung um 72i0 Uhr trat der Permananz-Ausschuß zusammen. Am zweiten Tag begann die Sitzung um 91/* Uhr. Zunächst sprach Bbr. Segalo witsch, der sich vorwiegend gegen Fritz Löwenstein wandte. Ehrlich erörterte die B.Z.K.-Angelegenheit. Der Zusammenschluß mit dem B.Z.K, sei eine Lebensnotwendigkeit für Oberschlesien. Die dortigen B.Z.K.er beteiligten sich bereits seit längerem an den praktischen Arbeiten gemein-

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