Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 4-5 (Juni 1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht Qber den 6. Kartelltag 135 Weise einverstanden sind. — Ausführlich sprach Foerder über die Frage der Jugendpolitik. Er verlangt von der zionistischen Jugend als eine ihrer wesentlichsten Aufgaben die Belebung und Ausgestaltung der Organisation. Dem chaotischen Zustand der völligen Isolierung der Bünde sei ein Ende zu machen durch starke Zusammenfassung aller Kräfte, praktisch zunächst durch Ausbau der Jugendkommission. — Der Eintritt in den Brith-Hanoar war für uns als Bund eine Unmöglichkeit. Wir sind keine Chaluz- Organisation und können uns also nicht, wie im Brith-Hanoar verlangt wird, als Nachwuchs der palästinensischen Arbeiterschaft empfinden. — Unsere politische Neutralität in innerzionistischen Dingen muß eingeschränkt werden; nicht in dem Sinne, daß wir uns etwa der Histadruth anschließen, sondern daß wir unsere Menschen zu bestimmter Stellungnahme erziehen, die sich gründet nicht mehr auf staatsbürgerliche Gesinnung schlechthin, sondern auf eine solche von bestimmter nationaler Prägung. Wir müßten uns das Kongreß-Programm der Z.V.f.D. zu eigen machen. Nach ausführlicher Behandlung dieser Fragen ging Foerder über auf die wesentlichsten Gesichtspunkte unserer inneren Arbeit: A.H.¬ Frage, Maaßerforderung und B.Z.K.-Angelegenheit. Er deutete darauf hin, daß unsere innere Organisation ausgebaut werden müsse, daß die Frage der Erziehung und Erzieher insbesondere einer gründlichen Prüfung und Verbesserung bedürfe. — Zwei Leitgedanken, so führte er zum Schluß aus, müssen über unserer Arbeit stehen: Leistung für die Organisation und Leistung für und in Palästina. Fritz Löwenstein eröffnete die Generaldebatte mit einer hebräischen Ansprache, in der er dem Kartelltag die Grüße der palestinensischen Bundesbrüder überbrachte. Er fuhr dann deutsch fort und hielt eine längere Rede. Er führte aus, daß er in Palästina nur bestärkt worden sei in seinen Ansichten, die er bereits früher hatte. Die bei uns herrschende Staatsbürger-Ideologie genüge nicht mehr, wir müssen aus der Ideologie zu praktischen Konsequenzen kommen. Die palästinensische Arbeiterschaft wird nicht wie die Z.V.f.D. mit einem Programm zum Kongreß kommen, sondern sie wird ein Budget verlangen. In diesem praktischen Sinne müßten auch wir versuchen, neue Wege zu gehen auf allen Gebieten unserer Arbeit und Erziehung. Z. B. müßten wir in den Fuxenstunden mehr Wert legen auf Vermittlung der Kenntnis der palästinensischen Verhältnisse als auf Geschichte des Zionismus. Bundesbrüder, die in Deutschland Fuxenstunden gegeben haben, erweisen sich in Palästina als vollkommen unorientiert. Der Weg zu den Realitäten Palästinas ist Hebräisch. Es sollte deshalb entscheidender Wert gelegt werden auf die Lektüre hebräischer Zeitungen und Zeitschriften, mehr als auf Beschäftigung mit den alten Kulturgütern. — Über 120 K.J.V.er sind bereits in Palästina, darunter nur einige Chaluzim. Wir brauchen Berufsumschichtung und Chaluziuth, insbesondere landwirtschaftliche Chaluziuth. Die