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Der jüdische Student · 1925-06-01 · Heft 4-5 (Juni 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 4-5 (Juni 1925)
Date
1925-06-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Die Entwicklung Palästinas und unsere Aufgaben in ihr 125 für Palästina bedeuten; will ich an einem kleinen Beispiel illustrieren, nämlich an der Gegenüberstellung einiger Zahlen aus dem Budget der zionistischen Organisation und der Palästina - regierung. In dem Etat der Palästinaregierung sind einige Posten, die mit derselben Überschrift auch im zionistischen Etat wiederkehren. Nur, daß das Budget der Engländer dem ganzen Lande, also in erster Linie den Arabern zukommt, und zwar ein Budget, das über eine viel größere Einnahme verfügt als das unsrige. Man muß auch bedenken, daß die Juden heute schon viel durch ihre. Steuerkraft beitragen. Im Etat der Palästinaregierung sind die Ausgaben für Gesundheitswesen einschließlich Verwaltung etc. mit 82 000 Pfund Sterling angesetzt. Derselbe Posten in dem Etat des letzten Kongresses, der in dieser Beziehung nur ganz wenig abgeändert worden ist, sieht 29 000 Pfund Sterling vor. Für Schulwesen setzt die Palästinaregierung 91 000 Pfund Sterling an, die zionistische Regierung 76 000 Pfund Sterling, nach der letzten Sitzung des A.C. 60 000 Pfund Sterling, für Immigration hat der Regierungsetat keinen Posten mehr, der zionistische über 30 000, für Förderung von Handel und Industrie haben wir ein vielfaches mehr als die Regierung verausgabt, die Relation in Landwirtschaft und öffentlichen Arbeiten ist gleichfalls stark zu unseren Gunsten. Es ist kein Einwand, daß die Ausgaben in unserem Budget sich auf zionistische Kolonisation beschränken. Was heute von den Juden angelegt wird, bedeutet eine allgemeine Förderung des ganzen Landes, man denke an Wegebau, Entsumpfung, Bewässerung. Damit verglichen sind die Posten der Palästinaregierung ganz gering. Wie ist nun heute unsere Situation im Lande? Ich will von der Landwirtschaft ausgehen. Unsere Basis ist in den letzten zwei Jahren nicht breiter geworden, wohl aber fester. Wir können dies an einer interessanten Erscheinung beobachten, an der Entwicklung der inneren Streitigkeiten um die Kolonisationsform. In den Zeiten der Okkupation tauchen solche Fragen mit Schärfe auf. Mit fortschreitender Entwicklung konsolidieren sich die Verhältnisse, und es zeigt sich manchmal ein leichtes Abgehen von der erst vorgesehenen Linie. Der Weg zeigt eine Festigung der Wirtschaft, von der Okkupationskwuzah zum Moschaw. Obwohl die Kolonien in diesem letzten Jahre durch Regenmangel starke Verluste hatten, haben sie sich doch für ihre Produkte neue Märkte erschlossen, die ihnen im vorigen Jahre noch kaum zur Verfügung standen. Hierzu hat auch die größere Ausdehnung der Pflanzungen beigetragen. Die Pflanzungskolonien haben in dem letzten Jahre auf dem Weltmarkt eine wesentlich bessere Position gehabt. Viele Kolonisten konnten sich schon entschulden. Es ist eine Tatsache, daß sonst Kolonien, auch wenn sie schon sehr lange bestehen, sich in einer sehr unerquicklichen Finanzlage befinden. Rosch-Pinah bezieht heute noch einen nam-

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