Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 4-5 (Juni 1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Die Entwicklung Palastinas und unsere Aufgaben in ihr Es sollte sich immer mehr im Kartell die Forderung durchsetzen, daß die Erzieher, zumindestens diejenigen, die an zentraler verantwortungsvoller Stelle stehen, das Land kennen müssen, wie es mir überhaupt von besonderer Wichtigkeit und erzieherisch besonders bedeutsam erscheint, daß möglichst viele unserer Bundesbrüder wenigstens als Touristen einmal im Lande gewesen sind. Der Palästina-Fonds, für dessen Ausbau sich das Präsidium mit aller Entschiedenheit einsetzt, wird hier wichtige Funktionen zu erfüllen haben, neben den eben so bedeutsamen Aufgaben im Lande selbst. Einzelheiten zu erörtern, ist Sache der speziellen Palästinadebatte, hier kann es sich nur darum handeln, den allgemeinen Gedanken, eine möglichst intensive Verbindung mit Palästina zu schaffen, nochmals zu betonen und zu unterstreichen. Ich habe versucht, in breiter Ausführlichkeit unser Programm darzulegen. Wir sind mit allen Gruppen der Ansicht, daß man vom Präsidium verlangen kann, daß es eindeutige Wege weist oder sich führen läßt. Daneben muß die führende Gruppe immer wieder von neuem die Atmosphäre schaffen, die dem Bund die Kraft gibt, den Einzelaufgaben gerecht zu werden. In einer Zeit, wo die praktischen Anforderungen, nicht zuletzt die Geldaufbringung die Kräfte unserer-besten Menschen viel mehr als jemals absorbiert, ist von entscheidender Wichtigkeit, daß gerade in der zionistischen Jugend starke idealistische geistige Kräfte leben. Wir weisen den Vorwurf, nur intellektuelle Zionisten zu sein, zurück. Richtig ist, daß die dynamischen geistigen Kräfte, die Leidenschaft und Hingabe an unsere Sache in unserem Bunde immer noch verstärkt werden kann und muß. Unser Erziehungsziel ist immer noch der zionistische Mann, dessen im Kampf geborener Glaube unvergänglich festhält an der Richtigkeit und Größe unserer Idee, der aber auch die Kraft zur Entscheidung hat, wenn es gilt, besonders im persönlichen Leben gilt, den als richtig erkannten Weg tatsächlich zu beschreiten. Wir fordern von unseren Bundesbrüdern diese Kraft der Entscheidung, diese letzte innere Bereitschaft, die den Zionismus nicht auf den Vorhof der Seele verweist, denn erst völlige vorbehaltslose Hingabe gibt die Möglichkeit, das Glück der Entscheidung für unsere Sache zu erleben. „Ich war noch arm, als ich noch wahrt und wehrte, Seitdem ich ganz mich gab, hab ich mich ganz." Die Entwicklung Palästinas und unsere Aufgaben in ihr. Referat von Georg Landauer. Ich betone von vornherein, daß ich verschiedene politische Fragen nicht berühren werde, wie die Frage der Nachfolge Herbert Samuels, da sie keine Veränderung unserer Aufgaben be-