Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 4-5 (Juni 1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Aufgaben des 121 Frage unserer Eingliederung in das Land, des jüdischen Palästina befaßten. Wir haben das Vertrauen zu unseren palästinensischen Bundesbrüdern, daß sie es als ihre Aufgabe und K.J.V.erpflicht erkennen, uns ihre Erfahrungen zu übermitteln, uns teilnehmen zu lassen an ihren Kämpfen und Schwierigkeiten, damit wir die Möglichkeit haben, unsere Erziehungsarbeit entsprechend einzustellen und wirkliche Bedürfnisse und Konflikte, die das Land mit sich bringt, zu berücksichtigen. Ich sprach von beruflicher Vorbereitung, hier erscheint eine# grundsätzliche Bemerkung am Platze. Gerade in Kreisen bester* Zionisten setzt sich die Erkenntnis immer mehr durch, daß die Grundlage unserer Arbeit die landwirtschaftliche Siedlung sein muß. Hieraus resultiert die Forderung verstärkter Chaluziuth und die besondere Bedeutung gerade landwirtschaftlicher Arbeiter für das Gelingen des Aufbaus. Ich glaube, sagen zu können, daß weiteste Kreise des Kartells diese Ansicht teilen, ich kann mit Bestimmtheit sagen, daß sie vom Präsidium ohne Ausnahme geteilt wird. Was folgt daraus für das Kartell? Wir werden niemals aufhören können, geeignete qualifizierte Menschen zu veranlassen, in die landwirtschaftlicheHachscharah zu gehen. Wir haben die feste Überzeugung, daß der Prozentsatz unserer Praktikanten, unserer wirklichen Chaluzim wachsen wird mit der weiteren Belebung des Kartells. Was wir ablehnen, selbst auf die Gefahr hin, daß man uns den Vorwurf mangelnder Eindeutigkeit unseres Programms macht, ist die Politik der Parolen, denen keine Wirklichkeit entspricht. Was wir ablehnen, ist die antithetische Zuspitzung: entweder die Mehrzahl der K.J.V.er landwirtschaftliche Chaluzim oder überhaupt kein K.J.V. Wir müssen ausdrücklich hinzufügen, daß auch unsere Vorstellung vom K.J.V. die eines Bundes jugendlich bewegter Menschen ist, denen Zionismus der Leitgedanke ihres Seins bedeutet. Der Unterschied der Auffassungen liegt darin, daß wir glauben, daß neben Chaluziuth, die wir nicht nur akzeptieren, sondern leidenschaftlich fordern, es für uns Aufgaben in der zionistischen Welt zu erfüllen gibt, die von entscheidender, nicht nur nebensächlicher sekundärer Bedeutung sind. Es bleibt für unsere Berufsberatung ein weites Tätigkeitsfeld, das in der nächsten Arbeitsperiode intensiver bearbeitet werden muß, als es bisher möglich war. Das Berufsressort wird alle Gelegenheiten, die sich für uns bieten, sorgfältig verfolgen und durch möglichst umfassende zentrale Beschaffung des entsprechenden Materials zur Konkretisierung der beruflichen Vorbereitung mehr als bisher beitragen müssen. Unsere Arbeit ist dadurch erschwert, — ich habe keine Veranlassung, Negatives zu verschweigen — daß diejenigen, die diese Arbeit leiten sollen, überhaupt die Mitglieder des Präsidiums das Land selbst nicht kennen. Ich sage offen, daß ich dies für einen großen, vielleicht den allergrößten Mangel in der augenblicklichen Situation halte.