Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 4-5 (Juni 1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Die Aufgaben des KJ«V« müssen es als eine unserer Hauptaufgaben empfinden, für Nachwuchs zu sorgen, wir beabsichtigen die Schaffung eines besonderen Beamten-Dezernats, das eine doppelte Aufgabe hätte: einmal eine dauernde Beeinflussung und zweckentsprechende Beratung unserer Bundesbrüder und dann die Sorge für die spezielle Vorbereitung derjenigen, die Beamte werden wollen. Der Arbeitskreis des zionistischen Beamten ist heute schon so groß, daß eine theoretische Vorbereitung und die Möglichkeit allmählicher Einführung dringend erforderlich erscheint. Wir halten dies für ein wichtiges Arbeitsgebiet, müssen aber die Version ablehnen, daß das Haupttätigkeitsgebiet unseres Bundes in der Golus-Arbeit zu suchen ist; im Gegenteil, wenn man überhaupt eine alternative Formulierung will, so sind wir mit allem Nachdruck der Ansicht, daß der Schwerpunkt unserer Leistung in Palästina zu liegen hat. Gerade die letzte Zeit hat gezeigt, daß Übersiedlungsmöglichkeiten auch für uns in steigendem Maße gegeben sind; selbst, wenn die Einwanderungszahl sich nicht auf ihrer bisherigen Höhe hält, werden die Aussichten unserer Menschen nach wie vor nicht gering sein. Entweder wird es gelingen, immer wieder K.J.Ver in steigender Zahl durch das Kartell und seine zionistische Atmosphäre zu veranlassen, nach Palästina zu gehen — wir haben die feste Zuversicht, daß es gelingt, — oder es wird tatsächlich um die Bedeutung des Kartells als zionistisch wichtiger Faktor geschehen sein. In unserer erzieherischen Beeinflussung muß diese Erkenntnis herrschen, die Vorberitung auf Palästina, die eine geistige und berufliche sein muß, wird immer ernster von uns betrieben werden müssen. In einer wichtigen Vorbedingung, der Beherrschung des Hebräischen, ist, wie auch ein ganz objektiver Beobachter wird feststellen können, eine Besserung eingetreten. Die Forderungen des Präsidiums wurden bisweilen als etwas zu weitgehend, seine Stellungnahme als zu starr empfunden. Aber es geschah dies lediglich im Interesse des Kartells, und die Erfolge sind nicht ausgeblieben. Die Ablegung des hebräischen Examens muß eine Selbstverständlichkeit werden wie andere Voraussetzungen, die die Zugehörigkeit zum Kartell begründen. Das Präsidium wird einen Antrag einbringen, daß nach einem bestimmten Termin — gedacht wird an den 1. Oktober 1925 — die A.H.ierung ohne hebräisches Examen auf keinen Fall, d. h. ausnahmslos nicht mehr möglich ist. Die geistige Vorbereitung erschöpft sich nicht im Hebräischen. Fast noch wichtiger ist — die Erfahrungen der letzten Zeit haben es besonders gelehrt — die Vorbereitung auf die tatsächliche und die seelische Eigenart des Landes. Hier wird dem Landesverband Palästina, überhaupt den palästinensischen Bundesbrüdern eine besondere Aufgabe zufallen. Wir begrüßen die Anfänge in dieser Richtung, die es gibt, die wir z. B. sehen in den grundsätzlichen Konventen in Jerusalem, die sich gerade mit der