Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 4-5 (Juni 1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Aufgaben des K.].V\ Leider war es nicht möglich, unserer Tagung bereits einen durchgearbeiteten eingehenden Entwurf vorzulegen. Falls der Kartelltag wünscht, könnte eine Kommission eingesetzt werden, die die Fragen im großen überprüft. Der weitere modus proeedendi müßte dann der sein, daß das neue Präsidium beauftragt wird, die gegebenen Anregungen zu verfolgen und einen konkreten Plan zur Diskussion zu stellen, der vielleicht auf einer von allen Gruppen beschickten Tagung im Winter eingehend besprochen werden könnte. Um ein konkretes Bild zu geben, möchte ich schlagwortartig einige Fragen herausgreifen. Einer Neuregelung bedarf die Frage der Erziehenden; schon lange wurde es mit Recht als unmöglich kritisiert, daß die Bestimmung der leitenden Persönlichkeiten der Verbindungen allzu sehr dem Zufall ausgesetzt ist. Dazu kommt, daß dadurch der dauernde enge Konnex mit dem Präsidium sehr erschwert wird. Eine Existenzfrage des Kartells ist ein richtiges Einsetzen und Verteilen vorhandener Kräfte, das viel sorgfältiger und organischer geregelt werden muß als bisher. Das Kartell muß eine dauernde Kontrolle über seine Mitglieder ausüben können, die jetzt noch reichlich vorhandenen fluktuierenden Elemente müssen sämtlich erfaßt werden. Die zentrale Verwaltung hat sich bewährt, dem einmal gewählten Präsidium soll man wirkliche Arbeitsmöglichkeiten geben. Dabei soll, um allen Mißverständnissen ihre Basis zu nehmen, ausdrücklich betont werden, daß hier nicht der Anfang gemacht werden soll mit der. sogenannten Uniformierung des Kartells, um sich dieses Schlagworts einmal zu bedienen. Wir halten fest an der geistigen Freiheit des Einzelnen, der sich allerdings einzuordnen und unterzuordnen hat dem Interesse des Gesamtbundes. Wir halten natürlich ebenso fest an dem demokratischen Grundcharakter unseres Kartells. Auch unser Bund braucht — das muß einmal gesagt werden bei einer Entwicklung, die die Herausbildung jüngerer führender Persönlichkeiten etwas vermissen läßt — Wegbereiter für die Gesamtheit, Führer. Doch darf es bei uns kein verselbständigtes Führertum geben, sondern diese müssen sich immer wieder aus der Masse der Geführten erneuern. Es ist selbstverständlich, daß auch diese bewährte Grundlage unserer Organisation beibehalten werden muß. Ich möchte den letzten Teil meiner Ausführungen benutzen, um auf gewisse für die Durchführung unserer Arbeit bedeutsame Einzelfragen einzugehen. Zwei Parolen, zwei Leitgedanken bestimmten richtunggebend das Ziel unserer Bemühungen. Wir forderten Leistung für die Organisation und Leistung in und für Palästina. Wir stellen mit Genugtuung fest, daß es gelungen ist, zahlreiche Bundesbrüder zu veranlassen, sich der Organisation hauptamtlich zur Verfügung zu stellen. Eine gute Organisation ohne ein qualifiziertes Berufsbeamtentum ist gerade jetzt bei den erheblich vergrößerten Dimensionen der Arbeit undenkbar. Wir