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Der jüdische Student · 1925-06-01 · Heft 4-5 (Juni 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 4-5 (Juni 1925)
Date
1925-06-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Die Aufgaben des K»).V. 115 sich kaum jemals im Entstehen erschöpfend formulieren. In unserer Erziehungsarbeit aber wird sich das, was wir wollen, in sehr realer Weise auswirken. Statt auf viele mögliche möchte ich nur auf zwei Fragen — auch hier nur andeutend — eingehen, die die zionistische Oeffentlichkeit beschäftigen. Mehr als es bisher geschehen ist, werden unsere Bundesbriider die besondere Art unseres Nationalismus verstehen lernen müssen mit den daraus resultierenden praktisch-politischen Konsequenzen. Gedanken, die neuerdings im Jabotinsky-Kreise geäußert sind, müssen durch das Kartell Ablehnung finden, nicht nur aus formalen Gründen wegen des mit Recht gerügten Versuches, selbständige Politik zu treiben, vielmehr weil diese Ziele, die weltanschauliche Grundlage, die sie hat entstehen lassen, nicht die unsrigen sein dürfen. Eine weitere Tatsache: Es geht heute auch durch die zionistische Organisation eine fühlbare reaktionäre Strömung, die sich insbesondere in der Darstellung und Beurteilung wirtschaftlicher Fragen manifestiert, die, wenn man sie analysiert, vielleicht bei ihren besten Vertretern kein Aufgeben der Prävalenz des idealistischen Charakters unserer Bewegung bedeutet, aber doch eine sehr starke Resignation, zum mindesten Konzession in dieser Richtung. Die Stellungnahme des Kartells muß hier eine positive sein und damit die Beeinflussung durch unsere Erziehung in ganz bestimmter Richtung erfolgen. In diesem Sinne müssen wir die Beschlüsse der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zum Kongreß, die in einem ausführlichen Programm niedergelegt sind, begrüßen und uns die zionistische Grundanschauung, die sie hat entstehen lassen, zu eigen machen. Diese Beschränkung der Neutralität, positiv ausgedrückt: Erziehung zu bestimmter Stellungnahme, ist eigentlich nur die Legalisierung eines allmählichen Entwicklungsprozesses, der sich unbewußt in den wesentlichen Gruppen des Kartells fast ausnahmslos durchgesetzt hat. Die Präzisierung unseres Standpunktes ist um so notwendiger, als wir durch den Nichteintritt in den Brith-Hanoar nicht eingereiht sein wollen in die bügerliche Welt schlechthin. Der idealistische besondere Charakter unseres Bundes muß immer klar erkennbar hervortreten. Es genügt nicht jene bekannte so ziale Einstellung des europäischen Bürgertums — man ist heute in Deklarationen sehr sozial, weniger schon bei der Etatvertei hing — sondern wir müssen uns und unsere Menschen dahin erziehen, zu einer wirklichen Wahlverwandtschaft mit allen aufbauenden Kräften unseres Landes zu kommen, insbesondere aber mit der palästinensischen Arbeiterschaft. Es ist zwecklos, Unterschiede, die noch heute bestehen, zu leugnen, aber wir wollen den ehrlichen und starken Versuch machen, unsere Bundesbrüder, die hinübergehen, vertraut zu machen mit den Tendenzen und Kräften des jüdischen Palästina, um so eine wirkliche Kommunikation, ein geistiges Verstehen und Zusammenarbeiten vorzu

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