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Der jüdische Student · 1925-06-01 · Heft 4-5 (Juni 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 4-5 (Juni 1925)
Date
1925-06-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Die Aufgaben des KJ-V- 113 gend, der dadurch sein besonderes Gepräge erhält, daß er sich als Nachwuchs der palästinensischen Arbeiterschaft empfindet und von seinen Mitgliedern verlangt, daß sie sich nach Uebersiedlung im Lande der Histadruth anschließen, erforderlich halten. Wie wir uns immer entscheiden, im Interesse der Fortentwicklung unseres Bundes müssen wir zu einer festen Stellungnahme gelangen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: wir sind der Ansicht, daß das K.J.V. als Bund sich dem Brith-Hanoar nicht anschließen kann. Einmal liegen nicht zu verkennende tatsächliche Strukturverschiedenheiten vor, wir sind keine Chaluz-Organisation wie die Mehrzahl der anderen Gruppen. Diese Tatsache allein muß unsern Eintritt etwas deplaziert erscheinen lassen. Darüber hinaus aber bestehen gegen diesen Schritt starke innere Bedenken, die, da wir nicht auf ein taktisch vielleicht geschicktes Beiseiteschieben der Probleme, sondern auf ihre wirkliche Klärung eingestellt sind, nicht verschwiegen werden sollen. Abgesehen von beruflichen Differenzen bestehen gegen den Eintritt für die Mehrzahl unserer Menschen tiefgehende seelische Schwierigkeiten. Eine Verpflichtung für die Histadruth für alle unsere Mitglieder würde nicht unserer inneren Situation entsprechen. Es wäre im besten Falle eine Geste, die zu machen uns unsere intellektuelle Rechtschaffenheit verbietet. Diese zu wahren, scheint unbedingte Notwendigkeit, das Echte, Spezifische unseres Wesens darf nicht geopfert werden für ein Dogma, auch nicht für das Schauspiel weitgehender Harmonie, dessen Pseudo-Charakter dem schärfer prüfenden Beobachter nicht entgehen würde. Vielleicht wird diese Stellungnahme nicht den Beifall aller finden. Wir glauben, ehrlich zu sein, und dürfen Aengstliche an das Wort Rochefoucaulds erinnern, nach dem nur die verächtlich sind, die sich vor Verachtung fürchten. Ausdrücklich betont muß werden, daß mit dieser Entscheidung nichts über die Stellungnahme Einzelner gesagt ist. Es gab immer in unseren Reihen Sozialisten, und es ist selbstverständlich, daß diese als solche der Histadruth beitreten. Es spräche durchaus gegen die Qualität des Kartells, wenn es nicht fortlaufend auch Sozialisten hervorbrächte, oder wenn diese bei uns keine Arbeitsmöglichkeiten für sich sehen würden. Wir sind gegen den Eintritt des K.J.V. in den Brith-Hanoar. Diese negative Stellungnahme genügt nicht, sie muß in einer positiven ihre Ergänzung finden. Um dieser notwendigen Forderung gerecht werden zu können, ist es nötig, auf unsere inner-* politische Haltung überhaupt einzugehen. Diese wird beherrscht von der bei uns immer wieder verfochtenen These der vom Kartell zu übenden Neutralität. Wir verlangten von unseren Mitgliedern das Bekenntnis und zwar das rückhaltlose Bekenntnis zum Zionismus, innerpolitische Nüancierungen waren qua K.J.V. irrelevant. Ich weiß, daß ich hier ein sehr delikates Thema behandele, trotzdem muß ich der Ansicht Ausdruck geben, daß diese

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