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Der jüdische Student · 1925-06-01 · Heft 4-5 (Juni 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 4-5 (Juni 1925)
Date
1925-06-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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112 Die Aufgaben des KJ.V. Wohl der zionistischen Organisation; dieser müssen alle Einzelbünde sich einordnen. Man kann nicht Jugendpolitik treiben, wenn man von einer Beeinflussung der Verbände, die nun heute einmal die Hauptfaktoren in der zionistischen Jugend sind, absieht. Das Ziel muß sein: eine organisch aufgebaute, nach den Gesetzen innerer Notwendigkeit, nicht historischen Werdens, gegliederte Jugendbewegung. Welches ist der Weg zu diesem Ziel? Ich will nicht von Einzelheiten sprechen, die notwendigerweise zum Teil taktischer Natur sein müßten. Eine Voraussetzung könnte bald geschaffen werden: es gibt eine sogenannte Jugendkommission. Man sollte diese nicht betrachten als eine beliebige Kommission, in der die einzelnen Gruppen sich sorgfältig von einander cachieren, sondern sollte sie vielmehr — sei es in der vorhandenen, sei es in einer anderen Form — ausbauen zu einer zentralen Stelle, die systematisch die Arbeit, die propagandistische und die an uns selbst, beeinflußt. Wir werden mit allen Kräften den Versuch machen, eine derartige Entwicklung einzuleiten. Und schließlich noch ein Wort über die spezifische Aufgabe des K.J.V. in einer derartig organisch gegliederten Jugend. Gerade bei den Bünden, die Vorbildliches in der Erziehung und Zionisierung Jüngerer geleistet haben, sind die Probleme der Erfassung der Aelteren akuter und ungelöster denn je. Hier wird das K.J.V., das als einzige Gruppe durch jahrzehntelanges Bemühen eine organisch gewachsene Form für die Erziehung Aelterer herausgebildet hat, der gebende Teil sein können und müssen. Nach wie vor werden wir gerade diese zionistisch überaus wesentliche Aufgabe als unser eigentliches Arbeitsgebiet betrachten, dazu eine wichtige propagandistische: sehr viele junge Juden werden von der Jugendbewegung nicht erfaßt, sei es durch Zufälligkeiten, sei es durch vermeintliche oder wirkliche Struktur Verschiedenheiten, die ihnen den Anschluß an die Jugendbewegung erschweren. Gerade diese oft recht wertvollen Elemente in starker geistiger Auseinandersetzung zu gewinnen, erscheint ebenfalls als eine gerade für uns spezifische Aufgabe. Wer heute aktive Jugendpolitik treiben will, darf nicht übersehen, daß stärker als in der Gesamtorganisation gerade in der Jugendbewegung die überterritorialen Beziehungen und Bindungen sind. Unsere Berührung mit der Welt-Jugendbewegung — wenn wir einmal dieses Attribut den zahlreichen im Brith-Hanoar zusammengeschlossenen Gruppen zuerkennen wollen — war bis jetzt schwach. Ergab die Situation die Notwendigkeit einer Stellungnahme für uns, so war die Haltung der Mehrzahl unserer Bundesbrüder nicht gerade übermäßig sicher. Bezeichnend für diese Unsicherheit ist, daß einzelne erklärten, eine Stellungnahme zu dem ganzen Fragenkomplex, eine Festlegung unserer Haltung zum Brith-Hanoar sei weder aktuell noch überhaupt belangvoll, während wieder andere die Mitarbeit im neuen Bunde der Ju-

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