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Der jüdische Student · 1925-06-01 · Heft 4-5 (Juni 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 4-5 (Juni 1925)
Date
1925-06-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Die Aufgaben des KJ«Vi III dahin gehen muß, daß der nicht gerade sehr positive fordernde Charakter einiger Teile, den man bisweilen noch findet, immer mehr zurücktritt und der Erkenntnis Platz macht, daß gerade die zionistische Jugend die Belebung und Ausgestaltung der Organisation als eine ihrer wesentlichsten Aufgaben erkennen muß. Nicht ganz so einverstanden können wir uns erklären mit dem, was man Jugendpolitik im weitesten Sinne nennen kann. Die kritische Betrachtung der Situation ist nicht gemeint als ein Vorwurf gegen irgend jemanden, sondern als ein Rechenschaftsbericht, den wir uns geben, der für uns Veranlassung sein soll, mit allen unseren Kräften aktiv an der Besserung mitzuarbeiten. Der Zustand der zionistischen Jugend ist ein ziemlich chaotischer. In den einzelnen Gruppen wird gearbeitet, zwischen diesen besteht kein Zusammenhang, isoliert geht jeder Bund für sich seinen Weg. Wir leiden an einer grotesken Antinomie: statt einer wirklichen Zusammenfassung dynamisch bewegter Kräfte — von einer Jugendbewegung sollte man dieses verlangen — überwiegt bei uns die allzugroße Statik einzelner historisch gewordener, ihre Zusammensetzung und ihre Struktur als unabänderlich empfindender Bünde. Selbstverständlich ist dieses Gegeneinander, im besten Falle Nebeneinander statt Miteinander, nicht ohne ungünstige Folgen für die Durchführung unserer Arbeit geblieben. Die zionistische Jugend in Deutschland, soweit sie es ernst nimmt mit ihrer Aufgabe, hat einen schönen aber auch schwierigen Weg. Dies sollte eine zionistische Oeffentlichkeit bei der durchaus berechtigten Kritik einzelner Mißstände nicht übersehen. Alle Teile stehen vor ungelösten Fragen. Trotzdem gibt es keinen Austausch von Erfahrungen, keine Beratung über einen vielleicht gemeinsam einzuschlagenden Weg. Noch mißlicher sind die Folgen auf außenpolitischem Gebiet, z. B. in der Frage der Jugendpropaganda. Ihre Wichtigkeit ist unbestritten. Wenn man Blumenfelds These akzeptiert, daß Menschen nur bis zu einem gewissen Alter Zionisten werden können, muß man als Korrelat eine verstärkte Jugendpropaganda fordern. Eine einheitliche zusammengefaßte zionistische Jugend wäre von einer heute kaum vorstellbaren Anziehungskraft und würde sich gegen jede wie immer geartete Bewegung erfolgreich durchsetzen. Die Zusammenfassung der Kräfte erscheint um so notwendiger, als heute mit gewissen Gegenkräften zu rechnen ist, z. B. auch einer sich stärker bemerkbar machenden liberalen Jugendbewegung. Unter der durch die Separierung bedingten Systemlosigkeit leiden alle Bünde und die zionistische Arbeit überhaupt, manche Gegenden sind ganz unbesetzt, jedenfalls fehlt es an der notwendigen starken zionistischen Atmosphäre. Hier muß Wandel geschaffen werden. Wir verstehen unter Jugendpolitik die rationellste Erfassung und Ausnutzung aller jugendlicher zionistischer Kräfte im Interesse der Bewegung. Die Idee unserer Staatsraison ist das

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