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Der jüdische Student · 1925-05-01 · Heft 3 (Mai 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 3 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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80 Berichte des Präsidiums Nicht möglich ist es leider gewesen, die im Frühjahr geplante IL J. Ver-Refee nach Palästina zu verwirklichen. Als Ersatz haben wir uns bemüht, möglichst vielen Bundesbrüdern die Teilnahme an der Reise des Weltstudentenverbandes anläßlich der Eröffnung der Universität zu ermöglichen. Es soll versucht werden, die gemeinschaftliche Reise spätestens im kommenden Frühjahr zustande zu bringen, obgleich nicht verkannt werden kann, daß die Beschaffung der erforderlichen Summe noch für lange Zeit nur wenigen unserer jüngeren Bundesbrüder möglich sein wird. Aus dem Unterstützungsfonds des A.-H.-Bundes „Kadimah" ist der Palästinafonds des K.J.V. hervorgegangen, der es sich insbesondere zur Aufgabe gesetzt hat, den Bundesbrüdern die Uebersiedlung nach Palästina zu erleichtern, und den im Lande befindlichen Bundesbrüdern gegebenenfalls finanzielle Hilfe zu leisten. Des Weiteren sollten mit seiner Hilfe K. J. V'er Heime in Palästina gegründet werden, um die im Lande wohnenden Bundesbrüder zu entlasten und die Reisen der Bundesbrüder nach und in Palästina zu erleichtern. Der Fonds zählt heute 150 Zeichner. Sein Ausbau ist bisher absichtlich nicht forciert worden, um andere laufende Aktionen nicht zu stören. Trotz seines kurzen Bestehens hat der Fonds bisher 15 Bundesbrüdern die Uebersiedlung nach Palästina ermöglicht oder ihnen finanzielle Hilfe geleistet. Ferner ist bereits die für die Errichtung eines Heimes in Jerusalem erforderliche Summe nach Palästina überwiesen worden. Der Ausbau des Fonds wird eine der vornehmsten Aufgaben des A.-H.-Präsidiums sein. Die Aufgaben, die er zu leisten hat, sind selbstverständliche Pflicht des Kartells. Es ist in den letzten Jahren in steigendem Maße verlangt worden, daß das Kartell versuchen müßte, seine Kräfte für die Verwirklichung eines besonderen Palästinaprojektes einzusetzen. Begründet wurde diese Forderung damit, daß einerseits stets größere Kräfte ausgelöst werden könnten, wenn die Verwirklichung einer Aufgabe, mit der der Einzelne sich besonders verbunden fühlt, gefordert wird, und daß ein derartiges Projekt andererseits geeignet wäre, die Alijah unserer Bundesbrüder im hohen Maße zu fördern. Es soll hier nicht das Für und Wider eines derartigen Projektes dargelegt werden. Es kann aber nicht verhehlt werden, daß trotz vieler bestechender Argumente, die für einen solchen Plan sprechen, abgesehen von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die man sich — wenigstens theorethisch — als überwindbar vorstellen kann, vor allem gegen jedes solches Projekt spricht, daß das Kartell, das im Gegensatz zu den meisten anderen Bünden nicht eine einheitliche wirtschaftliche und politische Auffassung repräsentiert, mit dem Augenblick, in dem es als ganzes in das palästinensische Wirtschaftsleben tritt, gezwungen sein wird, sich wirtschaftlich und, was dasselbe bedeutet, sich politisch zu entscheiden, also Maßnahmen zu treffen, die stets nur von einem Teil seiner Menschen als richtig anerkannt werden können. Hiermit soll keineswegs gesagt werden, daß die Diskussion über ein Palästinaprojekt des K.J.V. bereits abgeschlossen ist. Die Tatsache, daß sich die Meinungen gerade derjenigen unserer Bundesbrüder, die im hohen Maße sachkundig sind, widersprechen, scheint aber zu beweisen, daß die Dinge noch nicht reif genug sind, um an sie bereits jetzt

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