Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537625-3537627--6271-3544346- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Berichte des Präsidiums 79 c) Palästinaressork Das Palästinaressort ist eingerichtet worden, weil es sich als notwendig erwiesen hat, die Erledigung bestimmter aktueller Aufgaben auch ressortmäßig in eine Hand zu legen. Aus Gründen der inneren Verwandtschaft der Materien werden Palästina- und das Berufsressort gemeinsam geführt. Die wichtigsten Aktionen dieses Ressorts sind folgende gewesen: Auf Veranlassung von Bbr. Felix Rosenblüth ist begonnen worden, für die Bibliotheken des Technikums und der Universität Zeitschriften zu sammeln. Der ursprünglich vorgeschlagene Weg, die Bundesbrüder zur Ueberweisung der von ihnen gehaltenen Zeitschriften zu veranlassen, hat sich als nicht ergiebig erwiesen. Es hat sich Vielmehr als aussichtsreicher gezeigt, an die einzelnen Verlage direkt heranzutreten und sie zur Stiftung ihrer Zeitschriften bezw. zu starken Rabatten zu veranlassen. Auf diesem Wege ist es gelungen, dem Technikum in Haifa mit äußerst geringen Kosten für das Kartell einige 20 Zeitschriften, d. h. einen erheblichen Teil der deutschen technischen Zeitschriftenliteratur laufend zu überweisen. Bei der Besorgung der Zeitschriften für die Universitätsbibliothek haben sich starke Hindernisse gezeigt. Es wird jedoch möglich sein, auch hier mit einer gewissen Ausdauer und unter Ausnutzung von Beziehungen mehr zu erreichen. Bemerkt mag in diesem Zusammenhang noch werden, daß das Kartell durch Uebereinkunft mit dem neugebildeten Aerztekomitee der Sorge um die Beschaffung von medizinischen Zeitschriften enthoben worden ist. Daneben ist jetzt mit der Sammlung alter Zeitschriften begonnen worden, um sie, zu Jahrgängen zusammengestellt, nach Palästina zu überweisen. Diese Aktion steht erst am Beginn. Es ist bisher erst eine Sendung an die Universitätsbibliothek abgegangen, eine zweite für die Bibliothek des Technikums wird in Kürze folgen. Die Kosten für die Zeitschriftenbeschaffung und für den Versand sind bisher aus einen Fonds gedeckt worden, der auf Beschluß des Präsidiums , durch Aufschläge auf zwei Quartalsbeiträge geschaffen worden ist. Dieser Fonds ist erst zu einem Teil erschöpft. Seine Funktionen werden später durch den Palästinafonds übernommen werden. Ein weiterer Vorschlag von Bbr. Felix Rosenblüth ging dahin, die Verpflichtung für die Beschaffung einer bestimmten Anzahl von Büchern für die Universitätsbibliothek zu übernehmen. Diese Aktion konnte nicht durchgeführt werden, weil die uns von der Bibliotheksleitung übersandte Bücherliste den Betrag von einigen tausend Mark erforderte. Die Bibliotheksleitung hat jetzt eine neue kleinere Liste für eine philosophische Bibliothek übersandt, die mit Hilfe der von dem Kartell anläßlich der Eröffnung der Hebräischen Universität für Bibliothekszwecke gestifteten 1000 Mark beschafft werden soll. Daneben wurde die Sammlung von einzelnen Büchern, besonders für die Bibliothek des Technikums, weiter durchgeführt. In der Berichtszeit sind über 200 Bände versandt worden. Zusammenfassend-kann gesagt werden, daß die Sammelaktionen unbedingt weiter fortgeführt und daß insbesonders die Zeitschriftenbeschaffung, die eine spezifische Aufgabe des Kartells ist, mit allen Mitteln, besonders auch im Hinblick auf die Bedürfnisse der Universität, weiter ausgebaut werden muß.