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Der jüdische Student · 1925-05-01 · Heft 3 (Mai 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 3 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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76 Berichte des Präsidiums einmal im Semester mit einigen größeren Werbeveranstaltungen begnügen können, auf der ein ausführliches Referat gehalten wird. Den Hauptwert wird man jedoch auf die Zirkelveranstaltungen legen müssen, wo es, nachdem eventuell zuerst ein nicht zu langes Referat gehalten worden ist, möglich sein wird, mit den Keilfüxen in mehr persönlichen Kontakt zu kommen und eine engere Fühlungnahme herzustellen. In letzter Zeit hat sich als eine recht glückliche Veranstaltung der Filmtee erwiesen. Es muß noch auf einen Fehler aufmerksam gemacht werden, den wir recht oft beobachten können. Es wird vielfach geglaubt, daß man, wenn es gelungen ist, den betreffenden Keilfux zu einer Werbeveranstaltung zu bringen, nunmehr der Aufgabe enthoben ist, sich noch weiter um ihn zu kümmern. Gerade nach der Veranstaltung ist eine persönliche Weiterbearbeitung die Hauptsache. Diese kann in Einzelgesprächen oder auch auf Verbindungsveranstaltungen erfolgen. Andererseits muß davor gewarnt werden, daß sich etwa ein Bundesbruder monatelang mit einem Keilfux beschäftigt, ohne daß derselbe jemals die Verbindung, in die er doch kommen soll, gesehen hat. Beides, Einzelbearbeitung und Verbindungsveranstaltung, müssen Hand in Hand gehen. Daher sind besonders die Veranstaltungen auszubauen, zu denen man Keilfüxe hinzuziehen kann. Dies wird in erster Linie bei Leibfamilienabenden, Wanderungen und sportlichen Veranstaltungen der Fall sein. Geeignete Keilfüxe können auch zu Fuxenstunden hinzugezogen werden. — Es soll hierbei noch kurz die Frage der Sprechsäle gestreift werden, die ja besonders in den Großstädten akut wird. Geeignete jüngere Bundesbrüder sollen sich auf Referate vorbereiten, die im Kreise älterer Gymnasiasten zu halten sind und welche in regelmäßigen Abständen stattfinden müssen. Als Thema dieser Referate wird man natürlich solche Gebiete wählen müssen, welche das Interesse derartiger junger Menschen finden. Es erscheint praktisch, wenn die älteren Bundesbrüder erst in der Debatte das Wort nehmen. Man wird es durch derartige Sprechsäle erreichen können, daß wir sofort nach dem Abiturium eine Anzahl von Menschen automatisch bekommen. Im neuen Kartelljahr wird das Werberessort auf den Ausbau derartiger Sprechsäle größten Wert zu legen haben. Alle diese technischen Vorbereitungen, auf die wir im Vorstehenden, bewußt etwas ausführlich, hingewiesen haben, und deren vielfacher Mangel mit dazu beigetragen hat, daß unsere Werbeerfolge nicht das nötige Maß erreichten, sind aber nur die Vorbedingung dafür, daß eine gute Werbearbeit durchgeführt werden kann. Entscheidend letzten Endes ist der Geist, der unsere Bundesbrüder bei der Werbearbeit beherrscht. Es scheint hier notwendig zu sein, auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, welche uns in unserer Werbearbeit gerade zur jetzigen Zeit begegnen. Die frühzeitige Politisierung der Jugend hat es mit sich gebracht, daß auch die jüdische Jugend in ganz anderem Maße als früher in bestimmter Hinsicht festgelegt ist. Hierbei ist des öfteren die Feststellung zu machen, daß im allgemeinen heutzutage die Jugend sich mit den politischen Tendenzen ihres Elternhauses identifiziert. Sehr oft fehlt dieser heutigen Jugend im allgemeinen jede idealistische Einstellung, so daß sie sich Bewegungen, dje letzten Endes an den menschlichen Idealismus appellieren, skeptisch gegenüber verhält und immer mehr jenen Zeiterscheinungen sich zuwendet, die wir in Sport, Technik und seichter Tagespolitik beobachten können. Es ist hierbei für uns zu prüfen, ob auch diejenigen Kreise, an welche sich unsere Werbe tätig-

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