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Der jüdische Student · 1925-05-01 · Heft 3 (Mai 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 3 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Berichte des Präsidiums 75 b) Werberessort. Ein Bericht über die Werbearbeit kann sich heute nicht damit begnügen, in nur feststellender Form die Erfolge oder Mißerfolge der Berichtsperiode zu verzeichnen, sondern muß sich mit den Gründen beschäftigen, die bewirkten, daß die Werbearbeit des Kartells ein, wie wir gleich hier feststellen wollen, nicht sehr befriedigendes Ergebnis gehabt hat. (Wir bitten, hierbei die Artikel über die Werbearbeit in der Kartellkorrespondenz Heft 1 zu vergleichen.) Die äußeren Gründe, die sich unserer Werbearbeit hindernd in den Weg stellten, sind zu bekannt, als daß sie hier noch einmal lang auseinandergesetzt werden müßten. Wir wissen alle, daß in den letzten Jahren infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse der Zustrom der jüdischen Abiturienten an die Universitäten sehr gering war, und daß auch diejenigen, welche sich zum Studium entschlossen hatten, dieses in der Regel nur als Nebenberuf ergriffen, während sie in der Hauptsache sich kaufmännischer Tätigkeit zuwandten. So kam bs; daß das Werbematerial, das uns zur Verfügung stand, äußerst gering war. Hinzu kam, daß auch unsere Bundesbrüder infolge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten sich nicht mit der nötigen Hingabe dieser Arbeit widmen konnten, weil auch ihnen die für die Werbearbeit erforderliche Zeit oft nicht zur Verfügung stand. Infolge dieser Gründe waren die Werbeerfolge bis zum Frühjahr 1924 recht gering. Diese äußeren Hindernisse haben sich im Laufe des letzten Jahres zum Teil behoben. Es zeigt sich wieder, daß die jüdischen Abiturienten in stärkerem Maße akademische Berufe ergreifen, so daß wir es heute schon wieder mit einem größeren und, wie man feststellen muß, für unsere Werbearbeit völlig ausreichendem Material zu tun haben. Wenn wir heute nicht die genügenden Erfolge in unserer Werbearbeit erzielen, so müssen die Gründe bei uns zu suchen sein. Wir wollen hier nicht auf die Frage des akademischen Rahmens eingehen, sie wird an anderer Stelle und auch auf dem Kartelltag ausführlich behandelt. Wir gehen hier von der Voraussetzung aus, daß das Hauptmaterial unseres Nachwuchses die Akademikerschaft ist. Es soll nicht verkannt werden, daß, mitverursacht durch die vorhin angeführten äußeren Gründe, der technische Apparat, der uns zur Verfügung stand und steht, noch nicht genügend ausgebaut ist. Erst in letzter Zeit wird es wieder versucht, eine systematisch aufgebaute Werbearbeit zu schaffen, indem das Werberessort wieder in ganz Deutschland Werbebezirke einrichten will, um auf diese Weise einen wirklichen Ueberblick über das vorhandene Material zu bekommen, und schon unmittelbar nach dem Abiturium die Keilfüxe zu erfassen, damit sie bei ihrer Ankunft in der Universitätsstadt von der Verbindung schon vorgekeilt übernommen werden können. Abgesehen aber von dieser zentralen technischen Arbeit genügt die Technik der Werbearbeit an den einzelnen Orten nicht den heutigen Anforderungen. Mangelhafte Vorbereitung der Werbeveranstaltungen, nicht frühzeitig erfolgte Einladungen, Unpünktlichkeit der Bundesbrüder bei den Veranstaltungen selbst usw., alle diese kleinen technischen Fehler tragen dazu bei, eine erfolgreiche Arbeit zu erschweren, wenn nicht unmöglich zu machen. Es soll auch hier noch auf die Art der Veranstaltungen hingewiesen werden. Es hat sich herausgestellt, daß spezielle Werbeveranstaltungen unbedingt erforderlich sind. Praktischerweise wird man sich

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