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Der jüdische Student · 1925-05-01 · Heft 3 (Mai 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 3 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Berichte des Präsidiums 73 nisses des s Talmud u. a. auf der Anormalität der Situation, aus der er entstanden ist. Geeignete Vermittler zu finden, ist naturgemäß sehr schwer. Es müssen künstlerisch begabte, europäisch gebildete und trotzdem in dieser Kultur stark wurzelnde Menschen sein. Immerhin haben wir in den größeren Städten gewisse Möglichkeiten. Wir haben hier in Berlin auch die ersten Schritte in dieser Richtung bereits unternommen. Wir haben mit der Freien Jüdischen Volkshochschule ein Abkommen getroffen, nach dem sie uns ihre Mittel in weitgehendem Maße zur Verfügung stellt. Wir werden dadurch in die Lage gesetzt, namhafte jüdische Gelehrte und Forscher in unserem Kreise über verschiedende Gebiete und Erscheinungen aus der jüdischen Vergangenheit sprechen zu lassen. So ist für das nächste Semester hier ein Zyklus über das jüdische Gesetz vorgesehen, in dem Baeck, Elbogen, Guttmann, Baneth und andere sprechen sollen. Ferner wird ein Zyklus über jüdische Salons stattfinden. Wir hätten auch in dieser Hinsicht gewisse Möglichkeiten in anderen Großstädten, z. B. Frankfurt und Breslau, aber unsere Positionen sind dort heute noch zu schwach, um jetzt schon irgendwelche Schritte zu unternehmen. Um die gehaltenen Vorträge wenigstens bis zu einem gewissen Maße für das Gesamtkartell fruchtbar zu machen, werden wir die wichtigen und geeigneten Referate in ständiger Reihenfolge von jetzt ab im J. St. veröffentlichen. Die schriftlichen Referate werden natürlich das lebendige Wort nicht ersetzen können, aber letzten Endes bleibt alle unsere Arbeit auf diesem Gebiete nur Anregung, entscheidend ist gerade hier die Intensität der Eigenarbeit. Zionistische Bildung. Bei den verschiedensten Tagungen und Zusammenkünften der letzten Zeit haben wir wiederholt auf die spezielle Aufgabe des westlichen Zionismus hingewiesen. Wir haben immer wieder betont, welche besondere Bedeutung der wirklich gebildete Westeuropäer im Rahmen der Gesamtbewegung hat. Es ist für uns von entscheidender Bedeutung, daß unsere Menschen die europäischen Strömungen unserer Zeit kennen und sich mit ihnen auseinandergesetzt haben. Nur solche Menschen werden zu einer wirklichen Propaganda befähigt sein, nur sie werden auf die Dauer dem Kampf gegen die Assimilation und andere zum Zionismus feindlich stehende Bewegungen gewachsen sein. Immer wieder können wir die Erfahrung machen, daß nur der geistig durchgebildete Zionist seine zionistische Intensität beibehält und allen Versuchungen der Umwelt standhält. Im übrigen sei hier darauf hingewiesen, welche Bedeutung der modernen Wissenschaft beim Aufbau Palästinas zukommt, und daß bei der heutigen Konstellation gerade das K. J. V. in erster Linie derartig vorbereitete Menschen stellen muß. Wir haben eingangs erwähnt, wie sehr das allgemeine Bildungsniveau gesunken ist. Auf die Gründe im einzelnen einzugehen, ist hier nicht der richtige Ort. Um hier Wandlung und Abhilfe zu schaffen, hat das Präsidium zunächst folgende Wege ins Auge gefaßt. Wir werden von jetzt ab regelmäßig im J. St. Besprechungen der wichtigsten Erscheinungen auf allen Gebieten des Geisteslebens bringen. Ferner werden wir eine Aufsatzreihe von dazu geeigneten Bundesbrüdern über die wichtigsten politischen^ Strömungen, die es heute in Europa gibt, unter Zusammenstellung der wichtigsten Literatur bringen. (Ueber Pazifismus, Faszismus, deutsche Jugendbewegung, über sozialistische Bewegungen u. a. m.)

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