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Der jüdische Student · 1925-05-01 · Heft 3 (Mai 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 3 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Zum Kartelltag 69 der Beamten für die Organisation sowohl der sehr wenigen, für die die Beamtenlaufbahn eine Lebensaufgabe wird, als auch der vielen anderen, die in einer mehrjährigen Beamtentätigkeit eine neue Art zionistischer Dienstpflicht ableisten. Und aus demselben K.J.V. müssen die im selben Geiste erzogenen Menschen hervorgehen, die Träger der zionistischen Arbeit werden. Das Gelingen dieser zweiten Aufgabe wird abhängen von der zionistischen Kraft unserer Altherrenschaft. Das Versagen großer Teile unserer Altherrenschaft macht sieb einmal fühlbar in der zionistischen Arbeit, die auf das Vorhandensein eines durchgebildeten arbeitenden Kreises angewiesen ist. Ihr Versagen wirkt sich ferner aus bei unserer gesamten Erziehungsarbeit, die nur Erfolg haben kann, wenn sie auf Menschen als die Träger unserer Gedanken hinweisen kann. Eine Altherrenschaft, die in\solchem Umfang der zionistischen Arbeit entfremdet ist, muß immer und immer wieder Zweifel an der Güte unseres Karteiis entstehen lassen. Die x\ltherrenfrage, die einmal jetzt in dieser Schärfe im K.J.V. aufgekommen ist, wird nicht eher zur Ruhe kommen dürfen, als bis es gelungen ist, die völlig abgestorbenen Teile zu entfernen und aus den aktiven Elementen eine Altherrenschaft zu bilden, die ein zionistisches Minimalprogramm erfüllt und mit dem jungen Kartell ein einheitliches Ganzes bildet mit einer gemeinsamen Führung. Es bleibt noch als letztes die Frage unseres Verhältnisses zu Palästina. In den letzten Jahren ist durch die Tatsache des Hinübergehens einer Reihe deutscher Zionisten, und gerade der besten, Palästina immer stärker in unser Leben hineingewachsen, und es liegen heute bereits genug Erfahrungen vor, um überprüfen zu können, welche Wege unsere Erziehungsarbeit einschlagen muß, um unsere Menschen in Palästina zu verankern. Man sah früher diese Frage lediglich unter dem Gesichtspunkt des geeigneten Berufes und bewertete die zionistische Qualität eines Bundes nur nach der zahlenmäßigen Stärke seiner Chaluzim. Bei dieser Berechnung wird das K.J.V. in der nächsten Zeit nicht sehr günstig abschneiden. Es ist selbstverständlich, daß wir uns mit dieser Tatsache, daß unser Anteil an der Chaluziuth sehr gering ist, nicht zufrieden geben werden und immer wieder geeignete Menschen in diese Berufe eritsenden werden. Aber die Erfahrungen in Palästina haben ja bewiesen, daß es mit der Tatsache des Berufes allein nicht getan ist, und daß auch die beste landwirtschaftliche oder handwerkliche Ausbildung keine Garantie für die Eingliederung in das neue palästinensische Leben bedeutet. Es hängt jetzt alles von der geistigen Vorbereitung ab, genaueste Kenntnis des palästinensischen Lebens, seiner Bedingungen und Bedingtheiten, der positiven und negativen Kräfte, die dort am Werk sind. Man kann, ohne unserer Jugend Illusionen rauben zu müssen, sie doch darauf hinweisen, daß Palästina kein Traumland ist, sondern eine

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