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Der jüdische Student · 1925-05-01 · Heft 3 (Mai 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 3 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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64 Zum Kartelltag Nach wie vor hat das K.J.V. bei der Erziehung seiner Menschen vier Grundaufgaben zu lösen: 1. Gewinnung von Menschen aus der Assimilation, 2. Einführung dieser Menschen in jüdische Zusammenhänge, 3. Einfügung unserer Menschen in die zionistische Welt und 4. Regelung und Überwachung dieses Einfügungsprozesses. All diese Fragen, die bisher bei uns eine Rolle spielten, lassen sich hier ohne weiteres einordnen. Die Erziehungsfrage, die Frage der geistigen Durchbildung, die Frage unserer Stellung in der zionistischen Organisation und in Palästina, die Altherrenarbeit usf. Wie steht es bei uns mit der ersten unserer Grundaufgaben, der Gewinnung von Menschen aus der Assimilation? Für das K.J.V. gilt in ganz besonderem Maße, was für alle anderen zionistischen Organismen gilt, daß es nach zwei Fronten hin zu kämpfen hat. Die eine, die jüdische Gesellschaft, der es verneinend, fordernd und werbend zugleich gegenübertritt, die andere, Palästina, wo es an dem Neuaufbau jüdischen Lebens fhitzuwirken hat. Die Balance zwischen diesen beiden Polen ist nicht immer leicht, und, die Spuren dieser Doppelstellung trägt das K.J.V. allzu deutlich an sich, denn das K.J.V. hat heute beinahe als einzige Gruppe die geistige Auseinandersetzung mit Europa immer wieder zu führen, weil es nur auf diesem Wege seine neuen Menschen gewinnt. Der Blauweiß trifft seine Menschen in einem Alter, wo d er diese Auseinandersetzung als geistigen Kampf noch nicht zu fuhren braucht. In der großen zionistischen Bewegung war die Frage der geistigen Auseinandersetzung mit der Umwelt in den letzten Jahren vor den dringenden wirtschaftlichen und sozialen Fragen, die Palästina uns stellte, immer mehr und mehr zurückgetreten. Man empfindet dort dieses Manko sehr wohl, und es ist bezeichnend, daß Blumenfeld in den Mittelpunkt seines Referates auf dem Wiesbadener Delegiertentag die Frage der Gewinnung neuer Menschen stellte. Und es ist auch nur aus der Entwicklung der letzten Jahre zu verstehen, aus der Tatsache des Keren-Hajessod, aus den Bedingungen und Begründungen, aus denen heraus dieser Menschen gewann, wenn Felix Rosenblüth in seinem Brief an den Delegiertentag verlangt: mehr Ideenpropaganda, weniger Tatsachenpropaganda, d. h. doch: im Mittelpunkt unserer Propaganda muß wieder die geistige Auseinandersetzung mit Europa stehen. Diesen Ruf müßte das K.J.V. als an seine Adresse gerichtet betrachten. Und die zionistische Organisation muß wieder wissen, daß das K.J.V. sich für die Durchführung dieser Aufgabe in erster Reihe verantwortlich fühlt. Wie weit kommt heute das K.J.V. dieser Aufgabe nach? Gey Winnen wir noch im nennenswerten Maße Nichtzionisten, bekommen wir noch die wertvollsten Kräfte der jüdischen Jugend? Es

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