Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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207 f:inreis?endem Schwung vorgetragene Festrede von A. M. Alfred Klee, der an diesem Abend unser Gast war, im Mittelpunkt der Feier. — Zum ersten Mal war die Kadiinah an die Oetfemlichkeit getreten, und es wurde "jeln grosser Erfolg für unsere Sache und damit für das Kartell. Wir Sachen, dass wir bereits jetzt ein Faktor im jütischen Leben Hamburgs sind :nd dass es an uns liegt, unseren Einlluss mehr zu verstärken und so "dem hiesigen zionistischen Leben wieder den Schwung und Antrieb zu ge- 'ren, der ihm zurzeit fehlt. Wenn wir dies neben unserer inneren Arbeit \üs die Aufgabe einer zionistschen Korporation erkennen, dann werden wir 'mit unseren grösseren Zwecken auch innerlich wachsen. Das sind im wesentlichen die sichtbaren Teile unserer Arbeit. Das geistige Band, durch das diese Teile erst ein organisches, lebendiges Ganzes werden,katui in einem solchen Bericht schwer anschaulich gemacht werben. Während des ganzen Semesters herrschte eine frische, arbeitsfreudige Stimmung. Der Connex zwischen den Aktiven war, bestimmt durch den Geist bundesbri.derlicher Freundschaft und Zusammengehörigkeit, der durch keinen Misston ges:ört wurde. Auch das Verhäitniss zwischen den Alten Herren ist schöner und enger geworden. Die regelmässigen Freitagsabende haken uns den vielfach gelockerten Zusammenhang wieder zu festigen. Für uns liegt die Losung der Altherrenfrage in unserer eigenen. Arbeit. Wir hoffen die Alten Herren durch unsere Erfolge zu überzeugen, dass das Kartell etwas Lebendiges und Schrines ist, fi r die Arbeit der Besten nicht zu gering. V.}. St Bar Kochba, Köln. Fiur Köln ist ein wichtiges Semester vorbei, wir waren uns der Schwierigkeiten bewusst, als wir an. die Wiederbelebung einer Verbindung herantraten, da die Arbeit in Köln seit mehreren Semestern brach lag. Die ersten sechs Wochen standen ganz im Zeichen der Keilarbeit. Wir konnten von 10 Keilfüxen 5 rezipieren. Mit Rücksicht auf das wenige uns zur Verfügung stehende Burschenmaterial war es uns nicht möglich mehr Leute aufzunehmen; zu dem hommt, dass ein Teil der sg. aktiven Burschen im kaufmännischen Beruf tätig war, (d.h. Werkstudenten sind) so dass sie für eine intensive Erfassung der Keiliüxe nicht in Frage kamen. Nun zu unsern Veraustal ungeu. Ein durchschnittlich zweimal wöchentlich stattfindender l'eirdenzkurs, an dem sich sämtliche aktiven Burschen be eiligten und zugleich mit den Fi ixen durch Referate über Geschichte und Ideologie des Zionismus den Kurs belebten, lag in der Hand von Bundesbruder Marx. In dem von Bbr. Pollak gegebenen hebräischen Kurs (später von Voss übernommen) für Anfänger, war es möglich, trotz der relativ wenigen Zeit gut vorwärts zu kommen, ohne jedoch das gesteckte Ziel ganz zu erreichen. Ein fortgeschrittener Kurs konnte bedauerlicher Weise nicht staltfinden, weil wilden finanziellen Ansprüchen des Lehrers nicht entsprechen konnten. In reinem Palästiuakurs verstand A. II. Lvcn in hervorragender Weise uns mit der volks- und privatwirtschattlichen Lage Palästinas vertraut zu machen. Wir betei'ig'en uns sportlich 2-3 mal wöchentlich innerhalb des zionistischen Sportklubs Bar-Kechba. Mit Wanderungen war es nicht so gut bestellt. Wir unternahmen drei Tagesiahrten, einmal zusammen nur der Ka- (ümah-Bonn. Einen wescmlieheu Ted im Semester bildeten die regelmassig bei Alten Herren stattfindenden Freitagabende, c e allein es uns m '.gl'ch machten, den bei manchen verlorengegangenen Connex wiederzugewinnen; ferner veranstalteten wir mehrere Musik- und Gesangabende. Das Obige soll nur ein Tatsachenbericht sein, aus dem sich natürlich nicht der innere Wert einer Verbindung ergeben kann. Es ist aber keine zu kühne Behauptung, wenn wir da fernes'er als gut gclumion betrachten.