Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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206 Aus den Verbindungen V- J. St Kadimah, Hamburg. . Das vergangene Semester, das vom 1. März bis 31. Juli bei uns dau-|cU crte, kann als ein in jeder Hinsicht gutes bezeichne! werden. Das Pro-^.;r gramm, das sich der ' Antrittskonvent gestellt hatte, ist voLl erfüllt worden. ^c Als Chargierie wurden gewählt: -'n Jose! Fischler*, Edmund Holz**, Ernst Weisser***. -öe; Die kulturelle und politische Erziehung vollzog sich in mehreren Kur- |rei sen, die durchweg ein recht gutes Niveau hatten. Eine systematische, grund- ]As liehe 1 endenzstunde er.eilte A. H. Falk, an dessen Stelle, da er verreisen musste, Anfang Juni A. H. Emil W eiler trat. Ein hebräischer Anfängerkurs wurde für uns im Rahmen der Sprachschuie . Ivriah * unter Teilnahme von durchschnittlich 7 Bundesbrüdern eingerichtet und macht befriedigende Fortschritte. Im Mittelpunkt stand ein Seminar von A. H. Rabbiner. Dr. Lubasch, das bis zum Schiuss rege Teilnahme der ganzen Aktivitas fand. Nachdem wir uns zunächst mit dem Buche Esther beschäftigt hatten, wandten wir uns dann unserem eigentlichen Thema, dem Propheten Jeremias, zu. A.l 1. Lubasch versiand es vortrefflich, in die schwierigen Prob.eme der jüdischen Propheje einzuführen und das Seminar auf wissenschaitiieher Mühe zu halten. Ln zwangloser Folge wurden ausserdem etwa ö Vortragsabende über Gegenstände jiidischer Kultur und Politik veranstaltet, auf denen neben anderen Bbr. Rudolf Samuel über Nationale Kolonisation- und Hermann Weil über > Das arabische Denken« sprachen. Am 3. Juli veranstalteten wir eine interne, sehr stimmungsvoll verlaufene Herzl-Feier, auf welcher Hermann Weil eine Ansprache hielt. In diesem Zusammenhang soll auch erwähnt werden, dass unsere Kenntnis der Arbeit in Erez-fsrael durch die Berichte einiger Alter Herren, welche im Frühjahr drüben waren, sehr gefördert und belebt wurde, und dass wir bestrebt waren, mit unseren Bundesbrüdern, die drüben als Chalüzim arbeiten, in lebendigem Zusammenhang zu bleiben. Die körperliche Erziehung stellte im wesentlichen eine Eni /hing der Simonschen Thesen dar. Im Rahmen des -Bar Kochba-; wurde jeden zweiten Sonntag vormit\ag und jeden Dienstag abend Leicht-Athletik getrieben. Jeden zweiten Sonntag wurde eine ganztägige Wanderung unternommen. Nach aussen hin entfalteten wir eine rege Tätigkeit. Während des ganzen Semesters wurde intensiv gekeilt und sieten neue Füxe aufgenommen, die sich in kurzer Zeit gut eingelebt haben, und schon jetzt einen sicheren Stamm für die zukünftige Arbeit darstellen. Die diesjährige Schekei-Aktion für Gross-Hamburg wurde von uns auf unseren Wunsch selbständig organisiert und durchgeführt, wobei annähernd dasselbe Ergebnis erzielt wurde wie hu Kongressjahr; ausserdem wurden noch 25 goldene Schekalim verkauft. Der Anteil der Bundesbrüder beträgt bei den allgemeinen Schekalim fast genau ein Drittel, während die goldenen sämtlich von uns aufgebracht, \vurden. Hierbei; gebührt auch; dass-alle Bundes.- brüder auf Grund unseres bekannten Beschlusses für den K.J.V.-Foncls besteuert wurden, und so ein erheblicher Beitrag an diesen überwiesen werden konnte. Den Höhepunkt unserer Aussenarreit und dami; des ganzen Semesters bildete aber eine von uns veranstaltete öffentliche Herzl-Gedenkieier. Diese Feier nahm den glänzendsten Verlaul, den eine zionistische Veranstaltung reit Jahren hier gehabt hat. Der grosse Saal war von vielen Hunderten überfüllt. Weiteste irdische, auch nichtzionistische Kreise waren erschienen und die Vertreter der Gemeinden, der Logen, die Rabbiner und viele promiuete Persönlichkeiten waren unserer Einladung gefolgt. Die Feier trug einen erhebenden, würdigen Charakter. Eingeleitet durch eine hebräische Ansprache von A. H. Arnsdorf, durch musikalische und rezitatorische Vorträge, bei denen bekannte Hamburger Künstler mitwirkten, stand eine mit