Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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.200 Die zionistische Weltjugendkonferenz in Danzig Im grossen und ganzen war das Camp durchaus ein Erfolg. Fs war eine junge arbeitsfreudige Genj?ijtj^^ der bereit und . auch imstande fs'C das Kartell auszubauen. Gegenüber den Tagungen der le'zten jähre fiel der menschlich angenehme Ton auf, der im Kreise der Bundesbrüder herrschte.,. Andererseits darf man sich natürlichjijd}t,v£rhehleny dass "die Zahl der Teilnehmer — etwa 30 — recht klein war. Wenn man auch berücksichtigt, dass bei der heutigen Wirtschaftlage grosse finanzielle Hindernisse bestanden, dass die abge'egene Lage erschwerend hinzukam, so war doch wohl die. Hauptsache die zahlenmässige Schwäche unserer Aknvitas. Ein Kartell, dass so grosse Aufgaben hat, das eine politische Rolle spielen will, muss auch mit einer gewissen Quantität rechnen können. Das Wintersemester wird zeigen, ob das Kartell genügend Kraft hat, eine ausreichende Anzahl neuer Menschen zu gewinnen, und die im Camp begonnene innere Ausgestaltung des Kartells fortzusetzen. Die zionistische Weltjugendkonferenz in Danzig. - Von Hans Katschke. Ruder-V. J. St. Berlin. Aus Polen, Galiz:en, der Tschechoslowakei, aus Oesterreich, Palästina und Deutschland hatten sich in Danzig die Vertreter der zionistischen Ju- «xendbiinde versammelt, um über einen gememsmen Arbeitsplan, für ihre Verbände zu beraten. Zu der Tagung, welche in der Zeit vom 2. bis 5. September stattfand, waren als Gäste Bin Gorion und Sprinzak aus Palästina, aus London Robert Weltsch und Hans Kohn, letzterer als Vertreter der Exekutive, erschienen. Einen grossen Eindruck machte es, dass — im Gegensatze zu den meisten zionistischen Tagungen — hier fast ausschliesslich hebräisch verhandelt und gesprochen wurde. Nur die deutschen Delegierten, und die Vertreter des Tcheleth lavan snrachen deutsch. Und zuweilen, in der Generaldebatte und in Ausschuss Sitzungen, bedienten die Delegierten sich der jiddischen Sprache, um sich den Vertretern des Blau-Weiss verständlich zu machen. Nach einleitenden Begrrssungsansprachen berichteten die einzelnen Verbände über ihre Arbeit, so vor allem der Haschomer Hazair in Polen durch' Gross, der Tch'eleth La van--Tschechoslowakei durch Karpeles der Blau- We:ss durch Bandmann, sowie auch der Brüh haolim. In dem Bericht von Karpe?es trat bereits eme Tendenz hervor, welche dann auf der ganzen Tagung eine grosse RoTle sudelte und schliesslich zu ihrem Misslin^en führte. — Der Tchetem Lavan erzieht seine Mitglieder bewusst in sozialistischem Sinne und sucht nicht nur den Anschluss an die Arbeiterschaft, we:l sie im Au^enbf;ck die erf°lere'chs'e Grupoe in Palästina ist. sondern ihm liegt •^aran, die Menschen des Bundes zu Sozialisten zu machen. So ver'rat der Bund auf der Tagung die Auffassung, dass nur ein sozialistisch-kommunistisches Palästina d?s Z;el" semer Bestrebungen sei. Anschliessend wurden Referate von Bin Gorion über die La<re in Palästina und von Waber Moses Tiber "Jugenderziehung gehalten. Walter Moses forderte eine grosse Gesamtliga, die durch gemeinsame Lager der ein-