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Der jüdische Student · 1924-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1924)
Date
1924-10-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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194 Zu unserer Erziehung hat gar nichts dagegen und ist nicht abgeneigt, ab und zu zu spenden, natürlich ohne sich Vorschriften machen lassen zu wollen. Das ist ganz unerträglich, denn Keren Hajessod ist nicht S;pende, sondern Steuer. Steuer? Eine Forderung, die keine Exekutionsmöglichkeit hat, ist keine Steuer, wird gesagt. Sicherlich richtig! Doch ist es möglich, dass ein solcher Einwand in unseren Reihen hörbar wird? Heisst nicht Zionismus die Atomisierung und Abnormität des jüdischen Lebens erkannt zu haben und sie dadurch überwinden zu wollen, dass man ein Volkszentruni in Palästina konstituiert? War nicht oft das Wort zu hören, dass in der Zionistischen Organisation das zukünftige Gemeinwesen gleichsam antizipiert ist? Sprach man nicht davon, dass es der tiefste Sinn der jüdischen Bewegung sei, ein neues Gefühl . persönlicher Würde und sinnvoller Einordnung in die nationale Gemeinschaft zu wecken? War Disziplin nicht einmal vornehmstes Erziehungsziel so mancher, die heute den Steueranspruch des jüdischen Volkes für ein juristisches Nonsens erklären? Und warum? Etwa gar, um sich zu drücken? Gott bewahre! Ich frage: Ist das noch Zionismus? Maasser ist die Forderung, die erhoben wird. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat eine Verordnung herausgegeben, die für alle Zionisten verbindlich ist. Sechs Prozent des Bruttoeinkommens dem Keren Hajessod zu geben, ist eine schwere Pflicht. Aber sie ist zu erfüllen. Das .Beispiel der immer zahlreicher werdenden Maasserzahler beweist es. Was früher ein Spiel war, oder besser gesagt grober Unfug — die Scheidung in gute oder schlechte Zionisten, heute wird es bitterer Ernst. Heute hat jeder Gelegenheit, seinen Zionismus im Leben zu bewähren. Heute gibt es eine sichtbare Handlung, an der man erkennen kann, wem es wirklich um Zion zu tun ist, und wer geschrien hat, als es billig war zu schreien. Wer der Bewegung Maasser weigert, hat das Recht verwirkt, als ernsthafter und ehrlicher Zionist betrachtet zu werden. 'Zu unserer Erziehung. Von Ernst Kiimowski, V. J. St. Maccabäa, Königsberg. Aus dem Für und Wider der Agencydebatten und nach der Erklärung des A. C. ist als deutliches Resultat anzusehen, dass die zionistische Organisation mehr denn je die Kerntruppe des Zionismus in seiner weitesten und tiefsten Fassung werden muss und nur so eine Existenzberechtigung haben kann.

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