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Der jüdische Student · 1924-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1924)
Date
1924-10-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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\ _Woiteres zur sogenannten Altherrenfrage m kehrswesen, Lebensmittelversorgung und Hygiene machen. Palästina 'jber soll ein einheitliches Gemeinwesen werden. Die Industrialisierung eines Landes aber ist heute daseinzige Stadium, um die Entstehung einer Kuhur zu ermöglichen, denn heute sind nur ihre Arme gross und ihre Mittel schnell genug, um den Zusammenklang einer Menschensiedlung zu ermöglichen, die über die Grössenordnung eines Dorfes oder einer Stadt hinausgeht. — Es ist aber nicht zuviel gesagt, dass ohne die Mittel der Industrialisierung Palästina nicht nur seiner ökonomischen und politischen Lage nicht gewachsen sein würde, sondern auch trotz allem, was auf seinem Erdboden geschieht, nie ein einheitliches Gebilde, nie Zion, werden kann. Diese Gegenüberstellung soll zeigen, dass unser Menschenmaterial in seinen äusseren Lebensbedingungen kein Hindernis trägt, am Palästinaaufbau mitzuarbeiten. Wenn es gelingt, unsere Menschen von den Hemmungen inadäquater Zielsetzung frei zu machen, kann an die Stelle persönlicher und allgemeiner Resignation persönliche und allgemeine Zuversicht und Streben treten. Es ist durch' und durch ialsch und instinktlos geurteilt, wenn „die Besten" unter uns, da sie nicht werktätige Chaluzim werden können, hier zulande sich soviel zu erwerben trachten, um sich eines Tages in Palästina ankaufen zu können. In dem Augenblick, wo es bereits klar auf der Hand liegt, durch welche Art Menschen, in welcher Gemeinschaftsarbeit der Boden bearbeitet wird und nur werden kann, ist es ein Unding, ist es geistiger und moralischer Frevel, sich „für das Alter ein Landgütchen"u in Palästina erwerben zu wollen. Vorläufig und auch in 30 Jahren ist Palästina noch kein Land für Rentner. Nein. Auch unsere Menschen können zur Zeit ihrer besten Arbeitsjahre und nur dann, am Aufbauwerk Palästinas teilhaben, aber dann nur in der Industrie (im weitesten Sinne des Wortes). Sie können! Keineswegs ia; gesagt, dass diese Möglichkeit genutzt wird. Die Zukunft wird es lehren. Hier sollte nur gezeigt werden, weiche Bedeutung das Kartell, ja das Leben jedes Einzelnen erlangen kann, wenn das Kartell sich in seiner Gesamtheit eine seiner Menschen adäquate Aufgabe beim Aufbau Palästinas stellt. Näheres darüber später. Heute nur noch dieses eine zum Schlüsse: Machen wir uns klar, dass in der Landwirtschaft Palästinas bereits so originelle Leistungen in menschlicher und organisatorischei An vorliegen, dass wir uns in uneingeschränkter Bewunderung davor beugen. Nicht die Theorien sind originell, sondern die Leistungen. Und in heutiger Zeit (alles ist relativ) gilt die Leistung. Die landwirtschaftliche Entwicklung Palästinas zwingt uns aber nicht nur Bewunderung ab, sondern auch die Erkenntnis, dass die ostjüdische judenheit in ihr seine Leistung dem Volke dargebracht hat. Die geringe Zahl deutscher Juden schloss sich den bestimmenden Ostjuden nur als willige Gefolgschaft an. Dieses festzusellen ist deshalb so überaus wichtig, weil das zionistische Judentum Deutschlands, das soviel auf sich hält, bisher noch steril geblieben ist; denn einzelne Menschen seines Kreises, die sich an der

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