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Der jüdische Student · 1924-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1924)
Date
1924-10-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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190__Weiteres zur sogenannter^Altherrenfrage die Tatsache selbst sich eingestehen aus Reinlichkeiisgefühl sich und den Chaluzim gegenüber. Wir alle stehen in einem Lebensalter, zu dessen physiologischen Bedingungen es gehört, nicht mehr ab ovo in allem beginnen zu können, sondern auf Grund bestimmter Bedingungen und geistiger Art zu Zielen der Zukunft Stellung zu nehmen. Diese Situation werden die einen mit Nichtachtung, die andern mit Stolz als bürgerlich bezeichnen, je nachdem, ob sie ein „Ideal" in sich pflanzen oder aus sich selbst etwas gestalten wo'len. Doch dieser den deutschen Verhältnissen entlehnte Streit ist graue Theorie und hemmt uns bei jedem Schritt. Tatsache ist, dass jeder von uns der gleichen Situation unterliegt. Daher müssen wir für die Gesamtheit davon ausgehen, wenn auch einze'ne andere Wege gehen. Ferner: wir wissen, es gibt heute für Juden säur ein einziges, klares Ziel: politisch, soziologisch, kulturell oder wie auch immer: das ist der Aufbau der nationaljüdischen Heimstätte. Es gibt viele Wege dazu: die Eroberung der Gemeinden, die kulturelle Autonomie in den Galuthländern, die Sicherung einer geachteten Judetiexistcnz überall und mehr. Alles dieses sind Wege und dienen dein einen Ziel: Palästina, ohne dass s;e nicht mit Erfolg beschritten werden können. Ueber der reziproken Wirkung von Weg—Ziel, von Galuthkampf— Palästinaaufbau darf nie das Ziel dem Wege untergeordnet werden. So Selbstverständliches ist heuve zu betonen notwendig, da» vielen das Ziel aus dem Auge verloren ging. Wir sind nicht denkbar ohne dieses Ziel! Erst jetzt, nachdem diese beiden Voraussetzungen geklärt sind, kann die Frage beantwortet werden; welchen Weg speziell unsere Menschen, die KJ.Ver, beschreiten können, um ihr Teil am Aufbau Palästinas zu nehmen. Die Antwort ist kurz: Wir können an der Eroberung, an dem jüdischnationalen Aufbau der Stadt und der Industrie Palästinas mitwirken. Ich muss die Wichtigkeit dieses letzten Satzes auf das entscheidensre unterstreichen, denn ich bin der Meinung, dass seine Befolgung eine entscheidende Wirkung auf uns selbst haben wird. Ich werde fürderhin immer wieder versuchen, seine Wichtigkeit zu betonen. Ich werde zeigen, dass der Zionismus im K.J.V., wie auch in der Z.V. f.D. überhaupt allein durch diese Zielsetzung von neuem mobil gemacht werden kann. Heute begnüge ich mich mit der Gegenüberstellung der beiden hier wichtigsten Faktoren: unseres Menschenmaterials und der Eilordernisse des Palästinaaufbaues. Wir haben Menschen, die im Beruf und Geistesrichtung zu der Schicht zahlen, die durch geistige Bedürfnisse, durch ein Empfinden für das soziale Ganze einer Stadt und durch Organisationstalent aus einer Massensiedlung von Menschen eine Stadt machen, die ferner über ein Stadtbild hinaus streben und durch Industriealisirung ein ganzes Land zu einem einheitlichen Gebilde in Ordnungs- und Ver-

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