Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1924-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1924) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1924)
Date
1924-10-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3537599-3537784-3537789--6154-3544286
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Weiteres zur sogenannten Altherrenfrage r. 5c.-.;.s oder das K.J.V. oder sonst irgend etwas zu ständiger Arr«er und Mühewaltung. Sie sind durch und durch Junggesellen: --: r. Allein und — mit allen. Früher sind sie gelegentlich die Triader sorgen gedrückten Kassenverwalter, die schwungvollen Arran- Jr_rf unserer Feierlichkeiten und Feste gewesen. Sie sind gutmütig .:reu wie alle Junggesellen. Aber heute gibt es für sie keinerlei Verv-erdung mehr, denn es gibt heute keine akuten Anlässe mehr, Ae\.e::e und sachliche, weil es keine Spannungen mehr gibt, weder :re_e._e noch zionistische. Sie aber sind nur für den akuten Anlass, ren Anlauf, die Sensation zu haben. Es ist nur betrübend für uns, A25.5 re nicht mehr bemerkbar sind, denn wo sie sind, ist stets Schwung "rr A.an, Sachlichkeit und Freude. Ihr Erscheinen auf der Bildfläche ein Symbol für unsere Lebendigkeit. Ars sind unsere Typen, sie zusammen unsere Gemeinschaft, das K.j.V. AAm es gelungen ist, in diesen Typen jeden unserer Menschen e:r.i~f—assen zu erfassen, so wird dadurch vor allem das eine erreich: sein, dass der individualisierende Prozess der letzten Jahre eire; gewissen Rückstoss erhält; denn man wird finden, dass das ereer.e Schicksal zu viel Abbilder in andern hat, um nicht von neuem cez r..;\ren zu werden, sich die Ursache dieser Schxksalsgleichheii wrArrrAen. Man wird die einheitliche Wurzel allerorts wieder stärker rrs Auge fassen und erkennen, dass die Idee von -unserer ^Gallith r.::hi5 ideologisches, sondern ein verdammt ernster Bestimmungsfaktor ::r. serer Schicksale ist. Man wird stärker als bisher erkennen, dass es irr. Gr_-r.de nicht Schicksale, sondern ein Schicksal ist, dass uns alle res:irr_-:. und diese Erkenntnis ird uns vielleicht wieder mobil und LAr; ~e--jg machen zu versuchen, die Zukunft auf Grund dieser ge- ~eir.siz.en Grundlage gemeinsam zu meistern. IL 5: sehr sich also auch die einzelnen Typen unseres Kreises mensch- Ah. r Amgsgemäss und auf Grund ihrer täglichen Beschäftigung ::r:e~>:re: den mögen, so wäre es für jeden von ihnen recht töricht, ->-r.r. "::': 1 gar feige, sich nicht eingestehen zu wollen, dass er auf die an- An: r. äusserst angewiesen ist. (Selbst die Einsamsten verlören ihre Ars;:-:derschaft und Lebensmösrlichkeit, denn auch sie suchten und ecrAze;- drren Zufluchtsort lediglich aus Gegensätzlichkeit zum Leben der er.:Are~i. Deren Nichtexisfenz würde ihre Einsamkeit zur Hölle r:;A~fr. r beziehungslosen Verlassenheit. ) Alle unsere Menschen haben er er. e ~ lebensnotwendiges Bedürfnis: Beziehungen zu einem reich ^e5-; Adenkreis zu haben. Das ist der Grundton, das Gemein- >.:'"e d~~: ohne jemand auffordern zu wollen, aus seinem einmal g-- w."" Ar •. rsdnlichen Kreis herauszutreten, weise ich darauf hin, dass ::r.^r :ir; Leben das eine verlangt: die einmal gefundenen jüdischen 5er.d „. _-er. rewusst so fest wie möglich zu knüpfen. Es ist nicht :rr: :.r: fdrande, wenn man die durch die Entwicklung gegebenen Sind-r^e.;. ignoriert, sondern es gehört zu den menschliche Grund*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.