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Der jüdische Student · 1924-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1924)
Date
1924-10-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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£86___Weiteres zur sogenannten Altherrenfrage neu, jüdisch-nationalen Presse Aeusserungsmöglichkeiten haben, dass ar wie auch alle übrigen darauf angewiesen, Zeiiungsmeinungen über alles, was ihm teuer ist. mit Unbehagen oder Genugtuung entgegen m nehmen, dass alle Welt zur Passivität in jedem wirklich tangieren-' Jen Bezüge gezwungen ist Er hat den olt brennenden Wunsch, vor .dlem an der inneren Entwicklung der zionistischen Bewegung und •meiner Politik aktiv nil/.iinehmen, sucht aber vergebens die Organisa-;ion oder Gesellschaf, die zu bestimmtem Ziele ihre Menschen zusammenruft. Er m u s s reeeptiv, literarisch, theoretisch werden und erhebt deshalb immer wieder seine Stimme, um über mangelnde Anregung des Präsidiums oder der Z.W A.D. zu schimpfen, da eigene, wirkliche Aktivität ihm versagt ist. Und im Bewusstsein, dass der Zionismus die gegenwärtige, akttieile Eorm der ste s latenten jüdischen ^jonssehnsucht ist, verlangt er aktuelle Motive für sein Denken und •fir seine Tätigkeit in eng begrenztem Rahmen. Aus seiner erzwungenen Abgeschiedenheit heraus beginnt er die Monotonie seiner tagichen, zionisüschen Arbeit zu hassen und sieht sein Schicksal klar \or Augen: denn er hat nur zu wählen zwischen einem vergrätzten, abgekämpften Gemeinderepräsentanten mit zionistischer Unterhose (die las Gefühl der Wärme gibt, aber für niemand sichtbar ist) oder iner in menschlichem Sinne fluchtartigen Uebersiedlung nach Palästina, wenn er solches pekunär schafft. Der vierte: Das ist der im Kriege öder bald nach seiner Beendigung zu uns und dem Zionismus gekommene Bundesbruder, der direh allen persönlichen Stunk und aller Wirrwar der Meinungen hinxiirch eine angeborene Verantwortung fühlte, trotz allem sich irgendwie an cie Arbeit spannen zu lassen. Soweit sein-Beruf es erlaubte und noch ckrüber hinaus, widmete er Zeit, Kraft und Intelligenz der ihm zugewiesenen Tätigkeit. Er war Chargierter, gab hebräische Stunden, war Hauptarbeiter für Keren hejessod und kajemeth. Eines Tages wird' er nolens volens ins Präsidium gesteckt, arbeitet sich dort und aiderswo tot und kann schliesslich nicht anders, als im Sekretär der ZV.f.D. sein natürliches Ziel zu sehen, seine Zufluchtsstätte vor dem Ansturm der verschiedensten Ansprüchen, die an ihn von allen Seiten gestellt werden, zugleich aber 'auch seine iMöglichkeit, von dort aus rach. Paläst na zu kommen, wo er all diesem Winvarr, diesem ideenannen und geistig unhygienischen Treiben enthoben zu sein hofft Es gibt noch mehrere recht ausgeprägte Typen, wenn sie auch ncht so zahlreich wie die ersten vertreten sind. Sie haben aber dies eiie als Wurzel gemeinsam, nämlich, dass sie vor der schier unentwirrbar verschlungenen Masse zionistischer Menschen und Bestrebungöi geiiüchte. sind, um in Einsamkeit ein einziges jüdisches Thema abzuhandeln. Die einen haben sich lediglich der geistigen Produktion vQ-gangcner Geschlechter, deren Sitten und Heiligtümer hingegeben uul hoffen für sich und auch für die anderen, von denen sie sich genannt haben, daraus einen lebenserfüllenden und erquickenden Gewinn. Wie jeder, der sich mit dem entscheidenden Teil seines Ichs \si der lebenden Welt abgesperrt, die iliesst, täglich ihr Bild ändert und

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