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Der jüdische Student · 1924-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1924)
Date
1924-10-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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9 Weiteres zur sogenannten Altherrenfrage 185 Je-?ji I i it* Der zweite Typ: ist in seiner Historie grundverschieden vom er- •J-S'ien; nur das heute vorliegende Endstadium ist insofern das gleiche, r *ar<[l5 auch er ausserhalb jeder zionistiscnen Sphäre sein eigentiicnes Le- ■ogreiien|en führt. in unl £r war e|ner (jef unent\vegtesten Arbeiter: vor dem Kriege. Er ^cteterivar einer der Konsequentesten in seinen Entscheidungen: vor dem f. p*"Kriege. Er gehörte zum Kern des K.J.V., zu denen, die die gemein- 1 schaitsbiluenüe Krait spendeten: vor dem Kriege. Er hatte am tiefsten inden^ch von den uns umgebenden Verhältnissen gelöst und zog aus der u/fäljoaluthsituation, in der er sein Volk geiühiSmässig und gedanklich ge- Läjfunden hatte, die Urteilskraft über die Wege jüdischer Zukunft: vor L ~~~ Jdem Kriege. Er kannie bereits den Platz in Palästina auf dem er rnejl flehen und wirken würde: vor dem Kriege. — Heute steht er der zio- >ten rnisiischen Welt und dem Kartell ebenso lern wie der erste Typ. Wäher f rend dieser aber aus sentimentaler Gemütslage immer wieder einen P~ f zionistischen oder bundesbrüderiichen Kreis auisucht, ist jener entiuu- ^" I sioniert, bewusst Berutsmensch, meist mit bestimmtem, persönlicnem Ziel. Während der erste von der Natur mit einem beglückenden, engen Horizont versehen ist und in den Ichsorgen den adäquaten Wirkungskreis gefunden hat, findet der. zweite weder jetzt, noch je Genugtuung und innere Befriedigung an seinem Leben, denn seine Natur hat ihm Werkzeuge mitgegeben, die zu langarmig, zu energieerfüllt sind, als dass sie mit Chic und Erfolg in die kleinen Heoei der f eigenen Existenz greifen und sich an diesen auswirken könnten. | Der dritte: wir linden ihn vor allem in der Provinz. Er ist das Mädchen für das zionistische Alles, das doch ein Nichts bleibt. Das fühlt er in zunehmendem Masse. Er organisiert die Jugend der Stadt mir mehr oder minder Erfolg und kaut mit ihnen die Themen der Fuxeustunden von anno dazumal durch. — Er hat eine genaue Liste der Personen in seiner Stadt, die für den Keren Hajessod zu gewinnen sind und zahlt von seinen eigenen, bescheidenen Einkünften trotz viejacher Bemühungen selber die Hälfte des einkommenden Betrages. Er liest mit Verbissenheit die „Rundschau44 von A bis Z und ist auf den „Juden" abonniert. Er hilft allen Chaluzim mit Geld, Obdach und Rat, soweit seine Kräfte reichen. Er schimpft auf das IvJ-V. und ist von jedem Delegiertentag, den besuchen >u können, er seine geringen Ersparnisse angreifen muss, enttäuscht, denn er findet lediglich Rhetorik (und zwar schlechte) und vorher gefasste Beschlüsse statt Schwung und Sachlichkeit. Er versucht vergeblich, im politischen Leben des Zionismus sich eine Meinung zu bilden, ist gequält von dem Bewusstsein, dass Grosses sich jetzt entscheidet, ohne dass hier zu Lande das Enfscheldungsvolle ein erhöhtes Gespanntsein hervorruft, das sich in Zusammenkünften und Controversen äussert, das Parteien entstehen lässt, die nicht um ideologischer, sondern tatsächlicher Ziele wil.en einander den Vorrang abzulaufen streben. Ueber Demokratie und ähnliches zu streiten, hält er für ebenso überflüssig, wie er weiss, dass auch alle anderen sich durch derartige Argumentationen oder gar Ziele nur g-.foppt fühlen. Er sieht, dass nur die Redakteure der klei- 13

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